FeedSperling oder Spatz (Passer)
TierreichBrockhaus 1882

Sperling oder Spatz (Passer), eine Gruppe der Vogelfamilie der Finken (s. d.), durch einen starken, dicken, kegelförmigen Schnabel, einen auf der abgerundeten Firste schwach gebogenen Oberschnabel, kurze Füße mit schwachen Nägeln, abgerundete kurze Flügel und einen kurzen, abgestutzten oder wenig ausgeschnittenen Schwanz unterschieden. Zu ihr gehört der allgemein bekannte Haussperling (P. domesticus), welcher durch List, Keckheit, Zudringlichkeit und Dieberei lästig und daher nicht gern gesehen ist. Jetzt ist er von Portugal bis Sibirien, am Senegal, am Kap und auf Java zu Hause, obschon er früher auf Mitteleuropa beschränkt und zur Zeit der Römer vielleicht noch nicht in Deutschland heimisch war. Wenn er auch den Getreidefeldern, Erbsenfeldern, Kirschen und Weinbeeren manchen Schaden zufügt, so er s er doch mehr noch durch große Vertilgung vieler schädlichen Insekten. Das Ausrotten der S. hat sich immer durch außerordentliches Uberhandnehmen schädlicher Insekten selbst bestraft. Das Fleisch des Haussperlings ist hart und schmacklos und wird daher selten gegessen. Der Feldsperling (P. montanus) unterscheidet sich durch einen schwarzen Mondfleck auf den Wangen, rotgrauen Nacken und Scheitel und durch zwei weiße Querbänder auf den Flügeln. Die dritte, nur vereinzelt nach Deutschland kommende und im südl. Europa einheimische Art ist der Steinsperling oder Graufink (Fringilla petronia), welcher oberseits graubraun ist und über den Augen einen gelblichweißen Streifen und einen gelblichen Gurgelfleck hat. Der in Nordamerika einheimische Singsperling (Fringilla meloda) ist dort beliebt wegen seines angenehmen Gesangs, den er vom April bis Ende Oktober ertönen läßt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 67Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Tierreich 6