Spermatozoiden nennt man in der Botanik die männlichen Befruchtungszellen der meisten Kryptogamen, bei denen überhaupt eine geschlechtliche Fortpflanzung stattfindet. Es sind in der Regel kleine nackte, d. h. nicht mit einer Zellwand umkleidete Zellen, die mittels einer oder mehrerer fadenförmiger Plasmafortsätze, sog. Cilien oder Wimpern, sich leicht im Wasser fortbewegen können. Da aber diese Bewegungen nur im tropfbarflüssigen Wasser stattfinden können, so ist auch überhaupt die sexuelle Vereinigung der S. mit den Eizellen an das Vorhandensein von Feuchtigkeit gebunden. Die Entwickelung der S. erfolgt meist in besondern Organen, den 191 Antheridien, in größerer oder geringerer Anzahl. Bei der Reife treten die S. aus den Antheridien in verschiedener Weise aus und schwärmen nunmehr eine Zeit lang im Wasser umher, bis sie sich mit einer Eizelle vereinigen können, oder wenn dies nicht der Fall ist, zur Ruhe kommen und schließlich absterben. Die Form und Entwickelung der S. ist bei den einzelnen Gruppen der Kryptogamen eine sehr verschiedene. (Vgl. Tafel: Algen, Fig. 8, und Tafel: Farne, Fig. 10.) f Wen.. das Elstervögelchen, s. u. Prachtinken.