FeedSpeziesthaler
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Speziesthaler hieß bis auf neuere Zeit eine größere deutsche Silbermünze, welche nach dem Muster der früher üblichen Reichsthaler ausgemünzt wurde und ihren Namen nach dem aufgeprägten Kopf- oder Brustbilde (mittellat. species, Gesicht) führte. Am längsten (bis 1857) wurden S. in Osterreich geschlagen, wo sie die Einheit für die Silbermünze bildeten und den Wert von 2 Konventionsgulden hatten. Nach der Münzkonvention vom 21. Sept. 1753 gingen 10 österreichische S. auf eine köln. Mark fein Silber; das Stück hatte somit einen Wert von 1 Thlr. 12 Sgr. 1½ Pf. preußisch. Seit 1852 wurden sie, wie alle österr. Silbermünzen, „o fein ausgemünzt, früher / fein Cach lötig)l. Jenen Wert hatten die S. auch in Sachsen, Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, den sächs. Herzogtümern, Nassau, Frankfurt u. s. w. In den meisten dieser Staaten lamen sie aber nur bis etwa 1837 zur Ausmünzung. Auch in Schweden, Norwegen und Dänemark führte bis zur Einführung der neuen skandinav. Goldwährung und der Rechnung nach Kronen (1875) die größte Silbermünze den Namen S. In Schweden war der S. seit 1830 an Wert =1 Thlr. 15,9 Sgr., vorher =1 Thlr. 16½¼ Sgr., in Norwegen und Dänemark = 1 Thlr. 15½ Sgr. preuß. Währung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 70Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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