FeedThaler
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Thaler bezeichnet in der Münzwissenschaft jede Silbermünze, welche mehr als 1 Lot des alten kölnischen Gewichts wiegt, nach heutigem deutschen Gewicht also über etwa 15 g. Der Ursprung des Namens liegt in dem Namen des böhm. Ortes Munz atee wo zuerst die betreffende große unze ausgeprägt wurde, welche man zunächst Joachimsthaler nannte; später, als sie auch anderwärts zur Ausmünzung kam, bezeichnete man sie kurz als T. Im engern Sinne versteht man unter T. diejenige Silbermünze, welche bis Ende 1875 die Geldeinheit fast ganz Norddeutschlands bildete, auch in den süddeutschen Staaten geprägt wurde (wo sie 1¾¼ Gulden galt) und zuletzt (seit 18⁵⁷⁷ ½% Pfd. oder 16/ g fein Silber enthielt. Dieselbe wurde 1858—67 auch in Osterreich ausgeprägt, wo sie 1½ Silbergulden österr. Währung galt. Die Wauch 5 T., gesetzlich auf 3 Mark gewürdigt, sind auch nach Einführung der Markwährung in Deutschland noch in Umlauf geblieben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 595Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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