Spita, dalmat. Hafenort, s. Spitza. Spicheren, auch Speichern, Dorf im deutschlothring. Kreise Forbach, 5 Em südlich von Saarbrücken, dicht an der preuß. Grenze. Die nördlich davon belegenen Spicherer Höhen, ein bewaldeter Höhenzug, dessen Kamm auf ehemals franz. Gebiet, dessen nördl. Abhang aber auf preußischem liegt, beherrschen das ganze Gelände bis Saarbrücken, waren beim Beginn des Deutsch-Französischen Kriegs seit den ersten Tagen des Aug. 1870 zu einer starken Stellung umgeschaffen worden und bildeten in der Schlacht bei S. vom 6. Aug. die Hauptstellung der Franzosen. Zu Anfang der Schlacht, Reden Mittag, ging preuß. Infanterie vom Winterberge südlich gegen die scharf eingeschnittene Schlucht der Höhen zum Angriff vor und gewann bis gegen 3 Uhr wesentlich Boden; es waren dies nur Vortruppen der nächststehenden Armeekorps, den Gegner vermutete man im Abzug begriffen und wollte ihn festhalten. Später wurde der Feind zwar auch aus dem Walde geworfen, feindliche Reserven jedoch zwangen zu zeitweiligem Torioß des Nach 6 Uhr abends erfolgte ein orstoß des franz. linken Flügels gegen die rings um Stiring fechtenden preuß. Truppen; erst dem Eingreifen brandenb. Infanterieregimenter der Zweiten Armee gelang es, die meist bewaldeten Steilhänge der Höhen zu nehmen, während die Kuppe erst in der Nacht gewonnen werden konnte. Die Wirkung der deutschen Artillerie war auf wenige Punkte beschränkt und die Thätigkeit der Reiterei durch die Beschaffenheit des Geländes fast ganz ausgeschlossen. Mit Unterstützung von Abteilungen der 16. Division und der 5. und 6. Division der Zweiten Armee wurde auf Befehl des Generals von Goeben die feindliche Stellung erstürmt und die Franzosen zu einem vollständigen und eiligen Rückzug gezwungen. Der Angriff weniger frischer Bataillone gab schließlich die Entscheidung. Der preuß. Verlust in dem blutigen Kampfe betrug 223 Offiziere und 4648 Mann; Frossard gibt in seinem Rapporto den Verlust seines Korps auf 249 Offiziere und 3829 Mann an. Vgl. Schell, „Die Operationen der Ersten Armee unter General von Steinmetze (Berl. 1872); «Der Deutsch-Französische Krieg 1870—71 (redigiert von der kriegsgeschichtlichen Abteilung des Großen Generalstabes, Tl. I, Bd. 1, Berl. 1874). Spicknadel, eine Nadel, mittels deren man dünne Speckstreifen durch ein Fleischstück zieht, um sie in demselben stecken zu lassen. Spicula (lat.), s. Ahrchen. Spiegel (frz. glace, miroir; engl. lookingglass, mirror), ein Körper mit glatter Oberfläche zur Erzeugung von zurückgestrahlten Bildern. Fallen auf irgend einen Körper Lichtstrahlen von einem leuchtenden oder erleuchteten Punkte aus, so werden sie, insoweit sie nicht von dem erstern verschluckt oder, falls es ein durchsichtiger Körper ist, durchgelassen werden, nach bestimmten Gesetzen zurückgeworfen. Ist die Oberfläche jenes Körpers rauh und uneben, so werden auch die auffallenden Lichtstrahlen ganz unregelmäßig zurückgeworfen, nach allen Richtungen hin zerstreut und bloß der Körper selbst wird uns sichtbar. Ist die Oberfläche des Körpers dagegen sehr glatt oder poliert, so werden die auffallenden Lichtstrahlen in derselben Ordnung zurückgeworfen, in welcher sie auffielen, wodurch uns der strahlensendende Körper sichtbar wird. Solche Körper, deren Oberfläche behufs der vollkommenern Zurückstrahlung poliert ist, bezeichnet man vorzugsweise als Spiegel und legt ihnen nach Maßgabe ihrer Form verschiedene Namen bei. Ihre Oberfläche ist nämlich entweder vollkommen eben oder gekrümmt; die erstere Gattung S. nennt man dann ebene oder Planspiegel. Was diese betrifft, so ist, gestützt auf die Reflexionsgesetze des Lichtes, ihr Bild immer dem Gegenstande vollkommen gleich und erscheint in derselben Entfernung hinter dem S., in welcher sich der eigentliche Gegenstand vor demselben befindet. Daraus folgt unmittelbar, daß das, was im Gegenstande rechts ist, im Bilde zu links wird, und umgekehrt. Die S. bestehen entweder aus durchsichtigen oder undurchsichtigen, aus flüssigen oder aus festen Körpern. Die flüssigen, Wasser, Ol, Quecksilber u. s. w., haben im Zustande ihres Gleichgewichts von selbst eine glatte Oberfläche, welche die festen Körper in der Regel erst durch die Kunst erhalten müssen. Die härtesten Körper liefern die vollkommensten S., weil sie die beste Politur annehmen; daher eignen sich gewisse Metalle, wie Stahl, Bronze, Gold, Silber u. s. w., vorzüglich dazu. Die Metallspiegel, in früherer Zeit die hauptsächlich benutzten, dienen gegenwärtig nur noch wissenschaftlichen Zwecken und sind seit Jahrhunderten durch die Glasspiegel ersetzt, welche auf der Rückseite mit Metall (meist Zinnamalgam) belegt sind. Außer ihrem gewöhnlichen Gebrauche dienen die ebenen S. auch zur Dekoration, zur Vervielfältigung der Bilder, z. B. beim Kaleidostop (s. d.), zum Leiten des Lichts um Ecken, zur Erhellung dunkler Lokale mittels des reflektierten Lichts u. s. w. Große, durchsichtige, schiefgestellte Spiegelgläser erzeugen vermöge ihrer glänzenden Oberfläche Spiegelbilder, welche man nach dem Spiegelgesetze hinter dem Glase neben Gegenständen wahrnimmt, welche man durch das unbelegte Glas direkt sieht. Dies führt zu 5n e Täuschungen, worauf die Bühnenspiegel der Neuzeit (Pepper 1860) für theatralische Gespenstererscheinungen beruhen. Die Planspiegel werden ferner verwendet zu wissenschaftlichen Zwecken in der Astronomie und Physik. Dann wendet man jedoch nicht die gewöhnlichen, mit Zinnamalgam belegten Glasspiegel an, weil diese, da sie eigentlich zwei spiegelnde Oberflächen haben, zwei oder auch noch mehr Bilder geben, sondern man bedient sich entweder der S. von Metall, namentlich aus einer Legierung von Kupfer und Zinn, oder auch der Glasspiegel, aber mit geschwärzter Rückseite. Zu den S. mit gekrümmter Oberfläche gehören die Cylinder⸗, Kegel⸗, Paraboloid⸗, Ellipsoid⸗ und sphärischen oder Kugelspiegel, welche letztere wieder konvexe S. oder Hohlspiegel sein können. Von ihnen finden aber nur die Hohlspiegel Anwendung. Die Konvexspiegel geben verkleinerte aufrechte Bilder hinter dem S. Die Hohlspiegel, auch Brennspiegel (s. d.) genannt, haben einen Brennpunkt oder Fokus, in welchem sich die parallel mit der Achse auffallenden Lichtstrahlen vereinigen; derselbe liegt in der Mitte zwischen dem Krümmungsmittelpunkt des S. und dem S. selbst. Die sphärischen Hohlspiegel oder Konkavspiegel dienen als Beleuchtungsspiegel, indem Strahlen, welche von ihrem Fokus ausgehen, in paralleler Richtung auf weite Strecken geworfen werden; ehedem wurden dieselben zur Erzeugung von schwebenden Luftbildern u. dgl. m. angewandt. Der Gebrauch der S. ist sehr alt; die ältesten S. waren von Metall, doch brauchte man im grauen Altertum auch S. aus einem schwarzen obsidianähnlichen Gestein. Wenn man nach Plinius in Sidon ersonnen hatte, S. aus Glas zu machen, so waren diese höchst wahrscheinlich nur Imitationen jener Obsidianspiegel. Aus der Thatsache, daß Glasspiegel in keiner Schrift des Altertums erwähnt, auch nirgends vorgefunden wurden, ist zu schließen, daß sie nicht in Gebrauch waren. Erst seit dem 16. Jahrh. wurden die alten nürnberger Glasspiegel (Abschnitte von innen mit einer Metalllegierung belegten Metallkugeln) erwähnt. In dem nämlichen Jahrhundert ist aber auch schon die Anfertigung von mit Zinnamalgam belegten Glastafeln in Venedig im Gange. Von Venedig ging die Kunst am frühesten nach Böhmen und Bayern (Nürnberg) und später (1665) unter Colbert klich Frankreich. Damals waren die S. ausschließli eblasene, d. h. nach Art der Wetzengläser dargetellte. Erst 1688 gelang es dem franz. Techniker Thevart, gegossene Glastafeln herzustellen. Zur Herstellung der belegten Spiegel breitet man auf einer vollkommen ebenen, horizontal liegenden Steinplatte Zinnfolie (Stanniol) glatt aus, bergießt sie wiederholt mit Quecksilber, das man jedesmal mittels eines Filzbauschs verreibt, bis dasselbe eine 2 — 3 mm hohe Schicht bildet, und schiebt hierauf die geschliffene, gut gereinigte Glasplatte derart über das Quecksilber, daß der Rand der erstern stets in das letztere eintaucht. Alsdann beschwert man die Tafel mit Gewichten, um das überschüssige Quecksilber auszupressen, gibt der Steinplatte eine mehr und mehr geneigte Lage, hebt nach etwa 24 Stunden den S. ab und stellt ihn auf die Kante, damit das überschüssige Quecksilber vollständig abfließt. Nach 8—20 Tagen ist der S. zur Verwendung fertig. In neuerer Zeit benutzt man häufig Silberspiegel, d. h. auf der Rückseite versilbertes Glas. Wichtiger als das Versilbern ist das Platinieren des Spiegelglases, welches man auf der Vorderseite des Glases ausführt, weshalb dasselbe von geringerer Beschaffenheit sein kann und nur auf einer Seite geschliffen und poliert zu werden braucht. Die Fabrikation der Spiegeltafeln hat seit Mitte des 19. Jahrh. erhöhte Bedeutung und Ausdehnung gewonnen, seitdem man die gegossenen Tafeln nicht nur zu S., sondern im unpolierten Zustande vielfach zur Verglasung von Werlstätten, Fabriken, Treibhäusern, Stiegenhäusern, Passagen, überhaupt aller Lokalitäten anwendet, bei denen eine seitliche Beleuchtung nicht statthaft ist. Im polierten, aber unbelegten Zustande ist der Gebrauch der gegossenen Glastafeln für Schaufenster ein ganz erstaunlicher geworden; auch bricht sich in den mit Berücksichtigung des Comfort gebauten Häusern immer mehr die Sitte Bahn, an die Stelle des gewögulichen Fensterglases das Spiegelglas treten zu lassen. Allgemein anerkannt ist es auch, daß das belegte Spiegelglas die schönste, relativ preiswürdigste Zimmerdekoration bildet. Die geblasenen Spiegel sind indessen keineswegs außer Gebrauch gekommen; die in Fürth hergestellten kleinen S. (Judenmaßspiegel), die auf allen Jahrmärkten und Messen feilgeboten werden, sind geblasene S. Die gegossenen Spiegel werden, was die Glastafeln betrifft, bauptsachlich in Frankreich (von der Gesellschaft St.⸗Gobain, welche auch in Deutsch-Lothringen, in Stolberg bei Aachen und in Waldhof bei Mannheim Werke besitzt), England und Belgien fabriziert. Die rohen Tafeln werden auf beiden Seiten geschliffen und dann mit Colcothar (Eisenoxyd) und etwas Wasser poliert. Nach dem Polieren werden die Tafeln mit Beleg (einem Amalgam aus 77 Teilen Zinn und 23 Teilen Quecksilber) versehen. In neuerer Zeit hat man mit leidlichem Erfolge versucht, anstatt der Belegung der S. mit Zinnamalgam eine auf nassem Wege hervorgerufene Versilberung der Glasplatten (Silberspiegel) oder ein überziehen derselben mit Platin oder mit Palladium anzuwenden. Im Deutschen in 6 90 sich die Spiegelmanufaktur besonders in Fürth eingebür-1 ert; die Zahl der bei dieser Fabrikation, die das ohglas von auswärts bezieht, beschäftigten Personen beträgt über 3000, der totale Produktions- und Absatzwert jährlich 5—6 ½ Mill. Mark.