Spieß (Adolf), Begründer des neuern Schulturnens, geb. 3. Febr. 1810 in Lauterbach im Vogelsberg, studierte in Gießen und Halle Theologie, widmete sich dann dem Schulfache und übernahm 1833 in Burgdorf in der Schweiz eine Elementarlehrerstelle, mit welcher die Leitung des Turnunterrichts verbunden war. Die Ergebnisse seines turnerischen Forschens legte er in dem systematischen Werke nieder: «Die Lehre der Turnkunsto, und zwar in den vier Teilen: Das Turnen in den Freiübungen⸗ (Bas. 1840), »Das Turnen in den Hangübungen » (Bas. 1842), „Das Turnen in den Stemmübungen» (Bas. 1843), Das Turnen in den Gemeinübungen (Bas. 1846). Sehr beachtenswert ist auch seine Schrift: Gedanken über die Einordnung des Turnwesens in das Ganze der Volkserziehunge (Bas. 1842). Im J. 1844 siedelte er als Turnlehrer nach Basel über und 1848 wurde er zur Leitung des Schulturnens in Hessen nach Darmstadt berufen. 99 J. 1855 legte er diese Stelle nieder und starb 9. Mai 1858. Zu großer Wichtigkeit für den praktischen Gebrauch gelangte sein „Turnbuch für Schulen» (2 Bde., Bas. 1817 u. 1851). Als besondere Sammlung sind seine „Kleinen Schriften über Turnen» (Hof 1872) erschienen. Seinen Nachlaß Reigen und Liederreigen für das Schulturnen » veröffentlichte Wassmannsdorff (2. Aufl., Frankf. a. M. 1885).