Scherr (Thomas Ignaz), verdienter Schulmann, Bruder des vorigen, geb. 15. Dez. 1801 auf Hohenrechberg, wurde 1821 Taubstummenlehrer in Gmünd und folgte dann 1825 einem Rufe an das Blindeninstitut zu Zürich, wo er auch das Taubstummeninstitut gründete. Im J. 1831 in den Erziehungsrat gewählt, wurde er der hauptsächlichste Leiter und Beförderer der Volksschulreform, zumal er 1832 zum Direktor des Schullehrerseminars in Küßnacht ernannt worden war— Wegen seiner radikalen Ansichten, die er in dem von ihm redigierten «Pädagogischen Beobachter v verbreitete, wurde er 1839 entlassen. Seitdem lebte er auf dem Sonnenberg bei Winterthur und seit 1843 auf seinem Landgute zur obern Hoch—⸗ straße im Thurgau. Er starb 10. März 1870. Von seinen Schriften sind zu nennen: Elementarsprachbildungslehrey (Zür. 1831), Der schweiz. Bildungsfreundo (Zür. 1835; neu bearbeitet von Keller, Zür. 1876), «Handbuch der Pädagogiko (Bd. 1—3, Zür. 1839 — 46) und «Meine Beobachtungen, Bestrebungen und Schicksale etc.» (St. Gallen 1840). Vgl. Bönninger, Der Schulreformator Thomas S.» (Zür. 1871).