Graser (Joh. Bapt.), Pädagog, geb. 11. Juli 1766 zu Eltmann in Unterfranken, besuchte in Bamberg das Gymnasium und erhielt dann eine Freistelle in dem Klerikalseminar in Würzburg. Hier studierte er orient. Sprachen und Theologie und wurde 1790 Licentiat der Theologie. Nach kurzer Verwaltung der Stelle eines Präfekts des dasigen adeligen Seminars folgte er einem Rufe nach Salzburg, wo er als erster Lehrer, dann als zweiter Direktor der erzbischöfl. Pagerie und des Virgilianischen Kollegiums angestellt wurde. Im J. 1804 erhielt er einen Ruf als Professor der Theologie an die Universität zu Landshut; bald darauf wurde er Oberschulkommissar der Fürstentümer Bamberg und Würzburg und kam 1810 als Regierungs- und Schulrath des Obermainkreises nach Bayreuth. Er wurde 1825 in Ruhestand versetzt und starb zu Bayreuth 28. Febr. 1841. Als Schulbeamter wirkte er für die Hebung des Volksschulwesens und des Lehrerstandes. Philosophisch von Schelling nicht unabhängig, ist er als einer der ersten Vertreter der wissenschaftlichen Pädagogik in Deutschland anzusehen. Seine Hauptschriften sind: Divinität, oder das Prinzip der wahren Menschenbildung» (Bayr. 1810; 3. Aufl. 1830), „Clementarschule fürs Leben in der Grundlage v (2 Abteil., Hof 1821, 4. Aufl. 1839), Elementarschule fürs Leben in der Steigerung» (Hof 1828; 2. Aufl. 1843), Elementarschule fürs Leben in der Vollendung » (2 Abteil., herausgeg. von Bindlach, Hof 1841).