FeedSpitzmaus
TierreichBrockhaus 1882

Spitzmaus (Sorex) heißt eine über die ganze Erde mit Ausnahme Australiens verbreitete und in mehrere Untergattungen zerfallende Gattung insektenfressender Säugetiere mit schlankem Körper, spitzem Kopf, langem Rüssel, kleinen Augen, rundlichen Ohren, schlanken, fünfzehigen, bekrallten Füßen und ziemlich mit Borsten besetztem Schwanze. Die Bezahnung ist sehr eigentümlich: die oft zusammengewachsenen Backenzähne scharfzackig, die Vorderzähne lang und scharf. Der bewegliche Rüssel ist mit langen Schnurren, die Füße mit straffen Haaren besetzt, der Pelz weich und samtartig. An den Weichen befindet sich eine Drüse, die einen durchdringenden, moschusähnlichen Gestank verbreitet. Es sind unterirdische, nächtliche, sehr gefräßige Tiere, meist nützlich, da sie sich gewöhnlich von Würmern und Insekten nähren, doch auch junge Vögel und Mäuse angreifen. Schädlich ist die Wasserspitzmaus (Crossopus fodiens; Schädel, Tafel: Insektenfresser, Fig. 5), von der Größe einer kleinen Maus, die sehr gut schwimmt und taucht und oft in Fischteichen vielen Schaden anrichtet. Die Gemeine Spitzmaus (Sorex vulgaris, Fig. 3) kommt vor in Wäldern, die Alpenspitzmaus (S. alpinus) nur in der Alpenkette und besonders an der Grenze der Waldregion, die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) in Feldern und Gärten, die Hausspitzmaus (C. araneus) in Häusern, Gebäuden, wo sie sich auch an Fett, Fleisch und Ol vergreift, und in Gärten. Au h gehören zu der Gattung die beiden kleinsten Säugetiere, die man überhaupt kennt, die nördlich der Alpen vorkommende Zwergspitzmaus (Sorex pigmaeus, Fig. 4), deren Koörper von der Rüsselspitze zur Schwanzwurzel nur 3 em mißt, und die kleinste Spitzmaus (Crocidura etrusca) im Umkreise des Mittelmeers, welche nur 2 em erreicht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 96Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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