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ErdkundeBrockhaus 1882

Squillace, Stadt in der ital. Provinz und im Bezirk Catanzaro (Calabria Ulteriore II), 5 EKm von der Küste des Golfs von Squillace, einer Einbuchtung des Jonischen Meeres, Station der Eisenbahn Taranto-Reggio, liegt auf einer isolierten Anhöhe, ist Sitz eines Bischofs und zählt (1881) 3049 E. S., bei den Griechen Skylakion und Skylletium, bei den Römern Scylacium auch Scyllaceum, Scolacium), war im Altertum zuerst eine Stadt der Onotrer, gehörte hierauf zum Gebiet von Kroton und wurde durch Achäer besiedelt, kam dann an die Bruttier und wurde 124 v. Chr. röm. Kolonie unter dem Namen Colonia Minervia; im Mittelalter hieß der Ort Scyllacium, später Squillacium. Cassiodorus, Staatsmann unter Theoderich d. Gr., wurde hier um 480 geboren, zog sich um 540 nach dem von ihm hier gegründeten Kloster Vivarium zurück und starb daselbst etwa 575. Bei S. wurde am 13. Juli 982 Kaiser Otto II. von den Sarazenen Siciliens geschlagen und sein Heer vernichtet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 117Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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