Geiger (Karl Jos.), Historienmaler, geb. 14. Dez. 1822 zu Wien, erhielt den ersten künstlerischen Unterricht von seinem Großvater, dem Kupferstecher Andreas G., und fand schon mit 13 Jahren Auf: nahme in der Akademie. Die von ihm nach Gedichten Schillers, Goethes und anderer Lektüre entworfenen Kompositionen wendeten ihm das lebhafte Interesse Führichs zu. Zu G.s ersten bedeutenden chöpfungen gehören seine mit Leop. Schulz u. a. ausgeführten Malereien in der Johanneskirche in der Jägerzeile, dann entstanden der Votivaltar der Stephanskirche, der Carton zu einem Glasfenster der Votivkirche, Dekorationen im Palais Kinsky. Daneben ist G. unermüdlich thätig mit Anfertigung von Zeichnungen, Illustrationen; besonders geschickt ist seine Hand im Malen auf Pergament, weshalb G. der gesuchteste Künstler zur Herstellung von Adressen, Ehrendiplomen und dergleichen Prunkarbeiten ist. Anläßlich der Silbernen Hochzeit des österreichischen Kaiserpaares vollendete er die Huldigungsadressen der Handelskammern, des niederösterr. Landtags und anderer Korporationen. Zu Schuberts Liedern hat G. Kompositionen geschaffen, ebenso nach deutschen Märchenstoffen. Geiger (Lazarus), Sprachforscher, geb. 21. Mai 1829 in Frankfurt a. M., empfing seine Universitätsbildung in Bonn, Heidelberg und Würzburg und wirkte von 1861 bis zu seinem Tode (29. Aug. 1870) als Lehrer an der israel. Realschule seines Geburtsortes. G.s wissenschaftliche Thätigkeit liegt hauptsächlich auf dem Gebiete der Sprachphilosophie; seine bedeutendsten Werke sind: Ursprung und Entwickelung der menschlichen Sprache und Vernunfte (Bd. 1, Stuttg. 1868; Bd. 2 (nach des Verfassers Tode aus seinem Nachlaß herausgegeben], Stuttg. 1872), «Der Ursprung der Spraches (Stuttg. 1869). Außerdem sind zu nennen: „Über Umfang und Quelle der erfahrungsfreien Erkenntnis (Frankf. 1865), «über deutsche Schriftsprache und Gram: matiko (Frankf. 1871). Vgl. Peschier, Lazarus „G. Sein Leben und Denken⸗ (Frankf. 1871). und Zeichner, geb. 11. Jan. 1805 zu Wien, war Schüler an der Akademie daselbst, bildete sich aber mehr selbständig nach alten Meistern, wobei er zum Gewinn des Lebensunterhalts sich mit dem Schnitzen von Pfeifenköpfen u. dgl. beschäftigen mußte. Diese „Arbeiten, besonders der kolossale Meerschaumkopf umit der Belagerung von Troja in 100 Figuren, der nach England verkauft wurde, machten ihm großen n.Ruf und verschafften G. die Mittel, sich der Malerei twidmen zu können Mit seinen Lithographien zu A. Zieglers Vaterländischen Immortellens erzielte 1 er 1841 einen durchschlagenden Erfolin. Nunmehr )* Jerhielt G. zahlreiche Aufträge von Mitgliedern der kaiserl. Familie, die Privatalbums des Kaisers sind reich an vortrefflichen Aquarellen von G.s Hand, darunter die Schlacht bei Lützen, der Sturm von Malborghetto, Schlacht am Iselberg. Für die Erzrzogin 4* die Erzherzöge Ferdinand Max, rlLudwig, deren Lehrer G. auch war, entwarf er beshuft meist histor. Kompositionen. Am meisten chäftigte ihn Erzherzog Ferdinand Max, an dessen Orientreise G. 1850 teilnahm. Im J. 1853 wurde er Professor an der wiener Akademie. Von seinen zahllosen Arbeiten sind noch besonders ausgezeichnet: Heldenbildnisse nach den Originalen der k. k. Ambraser Sammlung für den Kaiser von Rußland, der Auszug der Crociati aus Vicenza für den Kaiser von Osterreich, Aquarelle, darstellend Momente aus dem Leben der Erzherzogin Sophie, Pergamentbilder nach den Nordischen Bilderno von Zedlitz für Erzherzog Ferdinand Mar, Zeichnungen zu steirischen Schnadahüpfeln für Erzherzog Johann, Momente aus der Geschichte des Hauses Czernin für die Grafen dieses Namens u. v. a. Seine trefflichen, t komponierten Arbeiten sind fast sämtlich im Pripatbesiz und daher wenig bekannt. G. starb, seit längerer Zeit emeritiert, 30. Okt. 1880 zu Wien. Vgl. Wiesböck, KG.s Werkey (Lpz. 1868).