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MusikBrockhaus 1882

Stradivari (Antonio) oder Stradivarius, der berühmteste aller Geigenmacher, geb. zu Cremona 1644, war ein Schüler des berühmten Nicolo Amati (s. d.) und arbeitete anfangs nicht nur ganz in der Manier seines Meisters, sondern bezeichnete 2—7 Instrumente auch mit dessen Namen. Erst eit 1670 bediente er sich seines Namens, arbeitete dann aber sehr vorsichtig und produzierte anfangs wenig, bis sich um 1690 seine eigene Manier durchbildete und mit 1700 zur vollen Selbständigkeit gelangte. Auch äußerlich war er jetzt selbständig geworden, indem er eine eigene Fabrik errichtete. Seine besten Instrumente machte er 1700—25; die hohe Vollendung derselben ist ebenso bewundernswert wie ihre große Zahl. Die Preise, welche für die besten derselben gezahlt werden, sind in der neuern Zeit enorm gestiegen; auf der londoner Erfindungsausstellung 1885 sah man Geigen von S., die die jebgen Besitzer mit 100000 Mark bezahlt hatten. S. starb 17. oder 18. Dez. 1737 in seiner Vaterstadt, welche er nie verließ. — Seine Söhne, Francesco und Omobono S., waren ebenfalls tüchtige Geigenmacher. Vgl. Fétis, KAntoine 8.5 (Par. 1856).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 273Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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