Stahlwässer, Eisenwässer sind Mineralwässer, welche durch einen Gehalt an Eisensalzen (meist doppelt kohlensaurem Eisenoxydul) ausgezeichnet sind. Neben dem Eisen enthalten sie als hervorstechende Bestandteile auch kohlensaure Salze und freie Kohlensäure (Eisensäuerlinge), oder schwefelsaure Salze (salinische Eisenwässer), öfter mit Schwefelwasserstoff, oder vorwiegend Erdalkalien (erdige S.). Die S. kommen zur Anwendung bei Blutarmut, Bleichsucht, bei vielen Frauenkrankheiten, bei Nervenkrankheiten (Hysterie, Hypochondrie, Neuralgien, Krämpfen u. s. w.), bei Verdauungsbeschwerden u. dgl. Dagegen vermeidet man sie bei Vollblütigen, zu Schlagfluß Geneigten, bei Lungenkranken (Tuberkulösen). Das Wasser wird entweder getrunken oder zu Bädern verwendet. Es schmeckt herb, tintenähnlich. Man nimmt es entweder rein oder mit Wein, wegen seiner verstopfenden Wirkung auch mit abführenden Mineralwässern u. dgl., anfangs zu 1—3 Bechern täglich, zuletzt höchstens zu 6ö—8 Vechern. Zu Bädern wird außer dem Wasser auch Eisenschlamm oder eisenhaltiger Moor gebraucht. Die vorzüglichsten S. sind die zu Schwalbach, Spaa, Altwasser, Brückenau, Königswarth, Imnau, Liebenstein, Alexisbad, Flinsberg, Reinerz, Liebwerda, Schandau, Augustusbad, Niederlangenau, Freienwalde, Driburg, Pyrmont, Rippoldsau, Bocklet, Griesbach, St. Moritz Franzensbad, Elster, Pausa-Linda, Cudowa.