FeedStapel
VerkehrBrockhaus 1882

Stapel heißt auf einem Schiffswerft die ganze Reihe der in einer Linie gelegten Klötze, auf die der Kiel des neuzuerbauenden Schiffs zu liegen kommt. Wenn ein altes Schiff zur Hauptreparatur auf das Land geschleppt wird, so schraubt man dasselbe so hoch auf, daß man die Stapelklötze hinunterschieben kann. Dieses Aufschleppen, welches die Schiffe sehr anstrengt, geschieht jetzt jedoch nur noch selten, vielmehr werden die meisten Schiffe neuerdings in Docks (s. d.) repariert. Wenn nun von dieser Werkstätte aus ein neuerbautes oder repariertes Schiff ins Wasser gelassen wird, was auf wohlgeschmierten Planken oder Schlitten geschieht, so nennt man dies Ablaufen oder ein Schiff vom S. lassen. Auch bezeichnet man mit Stapel oder Stapelstadt einen Hafen oder eine Stadt, wo entweder viele fremde Waren vorhanden sind oder wo sich eine Niederlage für die daselbst abzuladenden und weiter zu verführenden Waren befindet. In Schweden ist der Name Stapelstädte eine ausschließliche Bezeichnung derjenigen schwed. Seestädte, welche das Recht haben, auf eigenen Schiffen Waren ein⸗ und auszuführen. Mit Stapel wird ferner die Besonderheit der Faser der Baumwolle in Rücksicht auf die Länge ihrer Faser bezeichnet, sodaß unter Baumwolle von langem S. eine Sorte von verhältnismäßig langen Fasern verstanden wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 153Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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