FeedStanze lital.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Stanze lital.), eigentlich der Haltepunkt oder Abschnitt, heißt ursprünglich jede Strophenabteilung eines längern oder kürzern Gedichts, oft auch ein ganzes lyrisches Gedicht von einer einzigen Strophe. (S. Canzone.) Besonders aber bezeichnete man damit die Oktave oder Ottava rima (s. d.). Eine eigene S. schuf sich Wieland, die zwar den achtzeiligen Bau mit der italienischen gemeinsam Ser übrigens aber in der Kürze und Länge der erse, sowie in dem Raume völlig frei sich bewegt. Als eine besondere Art ist die sog. Spenserstanze zu erwähnen, die zuerst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. von dem Engländer Edmund Spenser in Fairy Queeno, später von Byron in «Childe Haroldo gebraucht, in Deutschland aber nur von übersetzern, z. B. von Zedlitz, Gildemeister u. a., nachgebildet wurde. Sie besteht aus einer verschobenen Oktave mit angehängtem Alexandriner, deren Reime nach Belieben klingend oder stumpf sind und die Stellung behaupten, daß die vier ersten Verse abwechselnd, der fünfte und siebente wieder mit dem vierten, der sechste, achte und neunte aber zusammen reimen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 153Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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