FeedStargard
ErdkundeBrockhaus 1882

Stargard oder Preußisch-Stargard, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Danzig, an der Ferse, 45 km südlich von Danzig, Station der Linie Schneidemühl-Dirschau der Preusischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts mit Strafkammern, eines Landratsamts und eines Hauptsteueramts und zählt (1885) 6619 E. Der Ort hat eine kath. und eine prot. Kirche, eine Synagoge, eine städtische Bürgerschule, eine Präparandenanstalt und ein königl. Gymnasium, Leinwand⸗, Vieh- und Getreidemärkte, eine Eisengießerei, zwei Tabaksfabriken, eine Spritfabrik, bedeutende Getreidemahlmühlen und zwei Holzbearbeitungsfabriken. Als Burg wurde der Ort 1198 vom Herzog Primislaw von Pomerellen an die Johanniter geschenkt. Die Stadt, 1309 erbaut, war lange der Sitz der Landtage von Pomerellen. Sie ward von dem Deutschen Orden 1461, von den Polen 1462 erobert, 1465 von diesen belagert, 1466, 1520 und 1645 eingenommen und 1655 von den Schweden erohert. Vgl. Stadie, «Geschichte der Stadt S. (Starg. 1864). — Der Kreis Stargard zählt (1885) auf 1383 qkm 76 944 CE.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 156Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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