Starhemberg (Ernst Rüdiger, Graf), österr. Generalfeldmarschall, geb. 1635zu Graz, als Krieger in Montecuccolis Schule gebildet, focht in den letzten Feldzügen des Dreißigjährigen Kriegs, zeichnete sich gegen die Türken bei St. Gotthard aus, kämpfte dann gegen die Franzosen und war bis 1681 zum Feldzeugmeister aufgestiegen. Er hat sich insbesondere als Kommandant von Wien durch die Verteidigung der Stadt gegen die Türken unter dem Großvezier Kara-Mustapha, vom 9. Juli bis 12. Sept. 1683, berühmt gemacht. Er stellte angesichts des Feindes die vernachlässigten Werke der Stadt binnen fünf Tagen wieder her, bewaffnete die Bürger und feuerte den Mut der schwachen Besatzung und aller Einwohner durch sein Beispiel zum entschlossensten Widerstande an, schlug mehrere Stürme zurück, zerstörte die feindl. Werke durch häufige Ausfälle und verteidigte Wien bis zu dessen Entsatz durch Karl von Lothringen, Johann Georg III. von Sachsen und Johann Sobieski, König von Polen. Diese griffen 12. Sept. das 170000 Mann starke türk. Heer an; die Schanzen wurden genommen und gegen Abend das Lager erstürmt. Die Türken flohen, Lager und Geschütz nebst unermeßlichen Vorräten zurücklassend. Die Belagerung selbst hatte ihnen 48000 Mann gekostet, darunter 3 Paschas und 16 Agas. Vom Kaiser Leopold, der 14. Sept. anlangte, erhielt S. einen kostbaren Ring, 100000 Thlr., den Feldmarschallsstab, die Würde eines Staatsministers und in sein Wappen den Stephansturm. Die gerettete Bürgerschaft aber befreite das Starhembergsche Haus auf der Wieden von allen Abgaben. Später befehligte S. in Ungarn die Infanterie unter dem König von Polen. Nachdem S., vor Ofen verwundet, den Heerbefehl hatte aufgeben müssen, kehrte er nach Wien zurück, wo er zum Hofkriegsrats-Präsidenten ernannt wurde. Er starb zu Vösendorf 4. Jan. 1701. Vgl. Reilly, „Biographien der Feldherren Ssterreichso (Wien 1813) Thürheim, «Feldmarschall Ernst Rüdiger Graf S.y (Weim. 1882).