FeedStein oder Konkrement
NaturlehreBrockhaus 1882

Stein oder Konkrement (calculus, concrementum) nennt man in den Körperhöhlen vorkommende, lose, nicht mit dem Körper verwachsene Gebilde von steinartiger Härte. Die Konkrementbildung kommt meist so zu Stande, daß sich gewisse mineralische und organische Bestandteile aus den Körperflüssigkeiten niederschlagen und, wie bei der Krystrallbildung außerhalb des Körpers, auf einem oder mehrern festen Punkten anhäufen. Die Bildung dieser Niederschläge geschieht entweder, wenn die Bedingungen, unter denen sich die sich abscheidenden Stoffe in Lösung befanden, zu bestehen aufhören, oder dadurch, daß durch Hinzutritt neuer Umstände die gelösten Stoffe zur Abscheidung veranlaßt werden. Wenn z. B. eine Flüssigkeit so konzentriert wird, daß es an Flüssigkeit (Wasser) fehlt, um die gelösten Substanzen in Lösung zu erhalten, so muß sich notwendig ein Teil dieser Subluml absetzen. Gelangt ferner in eine Körperlüssigkeit eine Substanz, welche mit einem der vorhandenen Bestandteile eine unlösliche Verbindung eingeht, so erfolgt gleichfalls ein Niederschlag. Die wichtigsten dieser Konkremente sind die, welche in den Harnwegen (Harnsteine), in der Gallenblase Gallensteine) und (bei den Grasfressern) im Darmanal (Darmsteine) vorkommen; doch finden sich Konkremente auch anderwärts, z. B. in den Speichelgängen (Speichelsteine). Als S. schlechthin werden die Harnsteine (s. d.) bezeichnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 183Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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