FeedSteinamanger (ungar. Szombathely)
ErdkundeBrockhaus 1882

Steinamanger (ungar. Szombathely), Stadt im ungar. Komitat Eisenburg, zwischen der Güns und dem Perentbache an der Esterreichischen Südbahn (Linien Wien-Kanischa und S.⸗Güns) und der Ungarischen Westbahn (Linie Graz-Raab). Die Stadt ist der Sitz eines Bischofs und der eisenburger Komitatsbehörde, sowie eines königl. Gerichtshofs, hat eine schöne Kathedrale mit zwei pyramidenförmigen Türmen, eine theologische Lehranstalt und ein Gymnasium und zählt (1880) 10 820 ungar. und deutsche E. Der deutsche Name der Stadt rührt von den vielen Römersteinen her, die die (wahrscheinlich deutschen) Ansiedler zu König Stephans Zeit auf dem Anger zerstreut fanden. S. steht an der Stelle der an der Reichsstraße gelegenen alten Stadt der Bojer Sabaria in Pannouia superior, welche 48 n. Chr. durch Kaiser Claudius als Colonia Claudia Savaria zur röm. Kolonie erhoben und später der Hauptort Ober-Pannoniens wurde. Septimius Severus wurde 193 hier zum Kaiser ausgerufen. Die Trümmer eines Triumphbogens zu Ehren des Constantius Chlorus, weitläufige alte Grundfesten, sowie unterirdische Wasserleitungen sind hier ausgegraben worden. Nach neuern Forschungen soll in Sabaria Ovid (s. d.) estorben und begraben worden sein. Die bischöfl. esidenz enthält ein reiches Museum der hier gewonnenen Altertümer.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 186Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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