Steinbearbeitung, eine hinsichtlich der angewendeten Werkzeuge wie der Arbeitsmethoden uralte Industrie. Die Art der Gewinnung des Steinmaterials aus den Brüchen wird einerseits durch das natürliche Vorkommen, andererseits durch die Form, in welcher es zur Verwendung gelangt (ob als Bruchstein oder als Quader) bestimmt. Soll Bruchstein gewonnen werden, so geschieht dies entweder, begünstigt durch das natürliche Vorkommen, ohne regelrechten Steinbruchbetrieb mittels der Brechstange, der Keilhaue, des Keils oder der Schlage, oder man geht, wenn mit diesen einfachen Hilfsmitteln, welche natürliche Klüftung und Rissigkeit des Gesteins voraussetzen, das letztere nicht aus seinem Verband gehoben werden kann, unter Berücksichtigung der natürlichen Lagerung zum Bohren und Schießen, resp. Sprengen über. (Vgl. Bergbau.) Die Gewinnung regelmäßiger parallelepipedischer Stücke (Quadern, Platten, Säulen) geschieht in planmäßig gelegten Steinbrüchen, meist mit vollständig bergmännischem Betrieb. Aus den Brüchen kommen die Bau⸗ und Werksteine gewöhnlich in Quaderform in Dimensionen, welche diejenigen des vollendeten Werkstücks in Länge, Breite und Höhe um etwa 25 mm, den sog. Werkzoll, überragen. Die Aufgabe der S. besteht darin, aus diesen roh vorgearbeiteten Stücken solche von genauen Abmessungen, durch scharfe Kanten und ebene Flächen begrenzt, oder auch profilierte oder ornamentale Bauglieder herzustellen. Während früher diese Arbeiten ausschließlich von den Steinmetzen mit ihren einfachen Werkzeugen ausgeführt wurden, sind in neuester Zeit die Methoden der maschinellen Bearbeitung immer konkurrenzfähiger geworden. Die meisten der betreffenden Konstruktionen lehnen sich hinsichtlich ihres Baues an diejenigen an, welche nach gleichem oder ähnlichem Arbeitsprinzip Holz oderEisen bearbeiten; nur die angewendeten Werkzeuge und die Art, wie dieselben zur Wirkung gebracht werden, sind charakteristisch. Als Materialien für die Werkzeuge der Steinbearbeitungsmaschinen dienen Stahl, Hartguß und Steine von größerer Härte als das Arbeitsstück selbst, insbesondere der schwarze Diamant. Die einfachsten Formen dieser Werkzeuge sind den Eisen des Steinmetzen nachgebildet und dienen nahezu ausschließlich zur Bearbeitung ebener Flächen. In den nach dem Prinzip der Drehbänke, Hobel, Sägen u. s. w. arbeitenden Maschinen kommen mannigfach geformte Messer oder Zähne zur Anwendung. Ein wichtiges Hilfsmittel der S. ist der Sand und zwar reingewaschener, gesiebter, scharfer Quarzsand von möglichst gleichmäßigem Korn. Zur Wirkung gebracht wird derselbe igewöhnlich mit Zugabe von Wasser) auf Unterlagen von Kupfer oder Eisen, die denselben über den Stein unter genügendem Druck hinführen und so das Wegnehmen ganz feiner Teilchen erzielen. Die meiste Verwendung findet der Sand in Steinsägemaschinen und zum Schleifen der Oberflächen.