Steuerung (frz. tiroir régulateur, engl. distributing regulator) heißt bei Dampfmaschinen derjenige Mechanismus, dessen Aufgabe es ist, den Dampf so auf den Kolben wirken zu lassen, wie dies dem System der Maschine entsprechend beabsichtigt ist. Gewöhnlich sind die Dampfmaschinen doppeltwirkend und in diesem Fall bezweckt die S., daß der Dampf abwechselnd auf der einen und andern Kolbenseite seinen Druck ausübt, daß die Dampf½½½½ im richtigen Moment aufgehoben und ie Ausströmung (das Auspuffen) des Dampfes passend eingeleitet wird. Hierfür sind die Dampfkanäle, welche bei den doppelwirkenden Maschinen u beiden Cylinderenden führen, abwechselnd mit em Dampfeinströmungs⸗ oder Dampfausströmungsrohr in Verbindung zu setzen. Derjenige Teil einer S., welchem diese Aufgabe obliegt, heißt die innere Steuerung und besteht vorzüglich aus Schiebern, Ventilen oder Hähnen. Die Bewegung dieses Steuerungsteils ist eine periodische, mit der Zeitdauer übereinstimmend, welche der Bewegung der ganzen Maschine entspricht, weshalb sie von der Maschine selbst ausgehen muß. Um diese Bewegungsübertragung zu bewirken, steht die innere S. mit der Maschine durch besondere Mechanismen in Verbindung, welche die äußere Steuerung bilden und im Gegensatz zu der innern sichtbar sind. S., welche gestatten, die Maschine in beiden Richtungen zu bewegen, werden Umsteuerungen genannt. Da es oft erforderlich ist, daß eine und dieselbe S. eine verschiedene Dampfverteilung bewirkt, muß dieser Mechanismus von außen beeinflußt werden können, was entweder durch den Maschinenwärter oder durch den mit der S. entsprechend verbundenen Regulator geschieht. Nach dem Charakter der innern S. unterscheidet man Schieber⸗, Ventil⸗ und Hahnsteuerungen; besondere Bedeutung haben unter diesen die Präcisionssteuerungen, welche einen plötzlichen Abschluß der Dampfeinströmung ermöglichen. liber die verschiedenen Steuerungen s. unter Dampfmaschine, Bd. IV, S. 819.