FeedStimmgabel
MusikBrockhaus 1882

Stimmgabel heißt ein gabelförmiger Stahlstab, dessen Grundton beim Stimmen der musikalischen Instrumente als der leitende Ton dient. Bei der S. schwingen die beiden freien Enden gleichzeitig transversal nach innen, während ihre Mitte, d. i. der bogenförmige Scheitel, nach außen vibriert, und umgekehrt. Bei einem geraden, an beiden Enden freien Stabe liegen die Knotenlinien weit ab von der Mitte und sehr auseinander, dagegen erscheinen sie bei der S. nahe beieinander, und zwar zu jeder Seite des Bogens einer. Wenn man den von der Biegung nach außen gehenden und mitschwingenden Stahlstiel der S. mit einer Tischplatte, einem Resonanzbrett oder gar einem Resonanzkasten in Berührung bringt, so wird ihr Ton durch die Mitschwingung der Unterstützungs körper mächtig verstärkt. Ist der Resonanzkasten auf den Grundton der S. abgestimmt, so hört man fast nur diesen, indem dann die Obertöne ihres Klanges gegen die Verstärkung des Grundtons zu schwach erscheinen. Die Normal-S. beträgt für den Ton a nach dem wiener internationalen Kongreß 1885 870 einfache Schwingungen. Die Vibrationen der S. werden mittels Phonautographen (f. d.) zählbar. Mit Planspiegel versehene Zinken von kombinierten S. geben eine gute optische Stimmmethode (Lissajoussche Figuren). Mittels S. hat Scheibler (1834) einen sehr genauen Tonmesser l! konstruiert. Vgl. Pisko, «Neuere Apparate der Akustik (Wien 1865). Iverfahren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 244Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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