Stinktier (Mephitis) ist der Name einer zu den marderartigen Fleischfressern gehörenden Säugetiergattung, die sich durch einen schlanken, langbehaarten Körper, einen langen, fast zweizeilig behaarten Schwanz, spitzen Kopf, zerderdet, von Nase und halbsohlengängige Füße unterscheidet, von denen die vordern mit Grabenägeln versehen sind. Das Gebiß hat 34 Zähne. Die hierher gehörenden Tiere sind bloß über Amerika verbreitet und besonders durch am After 1 der Hohldrüsen ausgezeichnet, aus welchen sie bei der Verfolgung eine außerordentlich widrig riechende, gelbe, 15Tendr und zugleich scharfe Fasent gegen ihre Feinde spritzen können. Der Gestank ist furchtbar und haftet monatelang an den Kleidern. Die S. sind nächtliche Tiere, welche sich Höhlen graben. In der Die In eingefangen, können sie gezähmt werden. ie Indianer essen ihr Fleisch, schneiden aber dem getöteten Tiere sogleich den Drüsenbeutel aus. Das nordamerikanische Stinktier (M. Chinga) ist ohne den 30 em langen Schwanz etwa 40 em lang, schwarz und mit zwei schneeweißen, auf den Schultern zusammenfließenden und an den Seiten getrennt fortlaufenden Längsstreifen gezeichnet. Es lebt von Ratten, Eiern, Nestvögeln, jungen Hasen und besonders Fröschen und verbringt den Winter in Erdlöchern und hohlen Bäumen. Sehr ähnlich ist das chilenische Stinktier (M. chilensis, Tafel: Kleinere Raubtiere, Fig. 5), welches einen weißen Rücken hat. Mit demselben Namen bezeichnet man häufig die Stinkdachse (Mydaus) des südl. Asien, die kürzere Gestalt, stummelartigen Schwanz und mehr auf Pflanzennahrung hindeutendes Gebiß haben. Die Pelze der S. kommen als Skunk (s. d.) in den Handel.