Stöchiometrie (früher auch zuweilen Chemische Meßkunde genannt) ist derjenige Teil der theoretischen Chemie, welcher sich mit den Gesetzen der halluen nd ae der Verbindungen nach festen Verhältnissen und der Anwendung derselben zu chem. Derechnnngen befaßt. Die Ausbildung der analytischen und der physik. Chemie hat zwei wichtige Gesetze ausfindig gemacht und bewiesen, nämlich 1) die Stoffe behalten bei ihrer chem. Verbindung ihre ursprünglichen Gewichte; 2) jede chem. Vereinigung enthält die Elemente oder einfachen Stoffe, aus welchen sie besteht, stets in dem nämlichen Verhältnis. Das Verhältnis, in welchem zwei Körper A und B mit einem dritten Körper Coder D sich vereinigen, ist auch das Verhältnis, in welchem sie sich mit allen andern Körpern verbinden, und zu gleicher Zeit dasjenige, in welchem sie sich miteinander vereinigen. Die relativen Gewichts-⸗ mengen, in denen die Körper untereinander sich verbinden und in ihren Verbindungen einander vertreten, heißen chem. Aquivalente, welche in Zahlen ausgedrückt und auf eine Einheit (wozu der Wasserstoff H = 1 dient) bezogene Atomgewichte, Mischungsgewichte oder Molekulargewichte genannt werden. Die Elemente verbinden sich nach ihren Aquivalentgewichten oder nach einfachen Vielfachen oder Multiplen ewer der multiplen Proportionen). Die S. hat es ferner zu thun mit der Bezeichnung der Elemente und ihrer Verbindungen (chem. Symbolik), mit der Valenz oder Wertigkeit derselben und überhaupt mit allen rechnerischen Arbeiten, die in der analytischen Chemie, in der Gasometrie, in der schem. Technik u. s. w. vorkommen. (S. Chemie.) Vgl. A. Frickhinger, «Katechismus der S.v (5. Aufl., Nördl. 1874); C. Rammelsberg, «Lehrbuch der S.» (Berl. 1842) und die Lehrbücher der Chemie von Otto-Graham, Kolbe, Wislicenus, von Gorup, Ostwald.