FeedStockhausen 6 ul. Christian)
MusikBrockhaus 1882

Stockhausen 6 ul. Christian), ausgezeichneter Sänger (Baritonist), geb. zu Paris 22. Juli 1826 als der älteste Sohn des Harfenisten und Komponisten Franz S. aus Köln und der Sängerin Margarete S., geborene Schmuck, aus Gebweiler im Clsaß. Seine Schulbildung erhielt S. zu Gebweiler und besuchte nachher das Seminar zu Straßburg; doch brachten ihn die Eltern wegen seiner kiohen Liebe zur Musik bald nach Paris auf das Konservatorium. Daneben nahm S. auch noch Privatlektionen, besonders bei Manuel Garcia Gruder der Malibran und der Viardot-Garcia). Sein erstes bedeutsameres öffentliches Auftreten fällt in den Mai 1848, wo er in Basel den Eliaso in Mendelssohns Oratorium sang; seine erste Konzertreise machte er 1849—50. Nachdem er noch bei dem inzwischen nach London übergesiedelten Garcia einen weitern Gesangskursus durchgemacht hatte, nahm er 1852 vorübergehend ein Engagement am Theater zu Mannheim an und unternahm 1854 eine Konzertreise durch Deutschland und Osterreich. Von dieser Reise her datiert sein Ruf, und nachdem er denselben in den nächsten Jahren noch befestigt hatte, versuchte er es wieder mit der Bühne und nahm 1857 ein Engagement an der Opeéra-comique in Paris an. Doch vermochte er auf derselben keinen rechten Boden zu gewinnen und konzertierte von 1859 ab wieder in Deutschland. Einen vorläufigen Abschluß erhielt diese Thätigkeit durch seine Anstellung in Hamburg, wo er 1862—68 als Dirigent der philharmonischen“ Konzerte und der Singakademie wirkte. Seit 1869 wieder auf Konzertreisen, fungierte er ein Jahr lang als königl. Kammersänger in Stuttgart und nahm seinen Wohnsitz in Cannstatt, bis er 1874 als Dirigent des Sternschen Vereins nach Berlin ging. Diese Stellung gab er 1878 auf, da er als erster Gesanglehrer an das Hochsche Konservatorium nach Frankfurt a. M. berufen wurde. Das Konservatorium verließ er jedoch nach zwei Jahren, um eine eigene Schule zu gründen. Im J. 1885 erschien seine Gesaugsmethoder (Lpz.) S. gehört zu den besten und einflußreichsten Gesangskünstlern der Gegenwart; Technik und Ausdruck sind gleich vollendet. Stockholm, die Haupt⸗ und Residenzstadt Schwedens und Sitz der höchsten Behörden, im mittlern Teil des Landes, in prächtiger Lage am Ausfluß des Mälarsees in einen inselreichen Busen der Ostsee (hier Salzsee genannt) gelegen, besteht wesentlich aus drei Hauptteilen: der eigentlichen Stadt, den nördl. Vorstädten und der Südvorstadt. 1) Die eigentliche Stadt (Staden) auf einer kleinen Insel zwischen dem Mälar und der Ostsee, der älteste, von Birger Jarl 1255 gegründete Stadtteil, hat nur beschränkte Plätze, enge, unregelmäßige Straßen, aber durchweg massive und hohe Häuser. An der Nordfeite der Fusel erhebt sich auf einer Anhöhe das nach Zerstörung des alten durch Brand 1697 — 1754 von den beiden Tessin, Härleman und Cronstedt in ital. Stil erbaute königl. Schloß, an dessen südöstl. Seite die Statue Gustavs III. von Sergel steht. An dem mit einem Obelisk gezierten Schloßplatz liegt der Palast des Oberstatt-Amolai und die Hauptkirche der Stadt, die große ikolaikirche. Außerdem sind in diesem Stadtteile noch hervorzuheben die Börse am . Großen Markte, die deutsche, finn. Kirche, die Reichsbank, die Stockholms-Privatbank, das Zoll⸗(Pack⸗)Haus, das Kanzleihaus, der von dem Rathause und dem Ritterhause umgebene, mit der Statue Gustav I. Wasas gezierte Ritterhausplatz u. s. w. An der Westseite des Ritterhausplatzes 51— eine Brücke, unter welcher die Eisenbahn weggeht, hinüber nach dem kleinen Felseneilande Riddarholmen (Ritterinsel), auf welchem sich die Statue Birger Jarls von Fogelberg, die Ritterholmskirche (das schwed. Pantheon mit den Begräbnissen der Könige), das neue Haus der Repräsentanten, das schwed. Hofgericht und andere 1 ven 25 Gebäude, sowie die große Buchdruckerei von Nordstedt u. Söhne befinden. Auch liegen hier der Hafen für die Mälardampfschiffe und dicht daneben eine Schwimmschule. 2) Die nördl. Vorstädte umfassen wieder fünf verschiedene Stadtteile: a) Norrmalm oder Nordstadt, mit schönen Plätzen, geraden Straßen und zahlreichen palastartigen Häusern, wird mit der eigentlichen Stadt durch die 1878 vollendete eiserne Wasa-Brücke und, an der Nordseite des Schlosses, durch die granitne, 113 m lange und 19 mbreite Nordbrücke verbunden, welche über zwei Mälararme und die dazwischenliegende kleine, den königl. Marstall und den Park (Strömparterr) enthaltende Heiligengeistinsel zunächst auf den schönen, mit der Reiterstatue Gustav II. Adolfs gezierten Gustav-Adolf-Platz führt. Auf diesem Platze befindet sich das königl. Opernhaus, der Palast des Erbprinzen, das Hotel Rydberg und andere Paläste. Unweit dieses Platzes liegt der große, von Lindenalleen umgebene und mit Parkanlagen geschmückte, an der Südseite eine herrliche Aussicht auf Schloß und Hafen gewährende Platz Kungsträdgärden (der königl. Garten), mit den Statuen Karls XII. und Karls XIII. und einer Fontäne, der Jakobskirche, dem Landvermessungscomptoir, dem kleinern königl. Theater und andern ansehnlichen Gebäuden. Eine kurze Straße verbindet diesen Platz mit dem schönen Berzeliuspark, seit 1838 durch Verschüttung dem Meere abgewonnen und mit der Statue des Chemikers Berzelius geziert. zen der Nähe ist eine neue geschmackvolle Synagoge seit 1870 erbaut. Etwas weiter gegen Norden (auf der Grenze zu dem Stadtteile Ladugardslandet) befindet sich der große, als Promenade benutzte Hopfengarten (Humlegärden) mit schattigen Alleen und schönen Parkanlagen. Hier ist ein großartiges Gebäude für die königliche oder Nationalbibliothek 1878 vollendet worden und die Statue Linnes 1885 von Kiellberg errichtet. Außerdem liegen noch auf Norrmalm die Clara⸗, Adolf-Fredriks⸗ und die im Neubau begriffene Johanniskirche, sowie eine engl. Kirche, das Gebäude der Akademie der Wissenschaften mit reichen Sammlungen, das Observatorium, das Technologische Institut, die Bergakademie, die Gewerbeschule, die Akademie der freien Künste, die Post, der Centralbahnhof, das Gaswerk, das große Krankenhaus Sabbatsberg, das Witwenhaus, das neue allgemeine Waisenhaus u. s. w. b) Blasieholmen, an der Südseite mit Norrmalm zusammenhängend, hat an seinem äußersten Ende des neue Nationalmuseum (eröffnet 1866) mit seinen Kunstschätzen; ferner das palastähnliche Grand-Hötel, das Musikkonservatorium, das Logenhaus der Freimaurer, die Hotels des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten und der hier residierenden Abteilung des norwegischen Staatsrats, mehrere prachtvolle Privatbauten und die 1867 erbaute Blasieholmskirche. c) Skeppsholmen (Schiffsinsel), verbunden mit Blasieholmen durch eine 1861 erbaute, 180 m lange Eisenbrücke, enthält die neue Karl-Johannskirche, Kasernen für Bootsmänner, die Seekriegsschule und Anstalten für die Flotte. Die Insel ist, gleich dem Felseneiland Kastellholmen (mit Kastell- und Salutbatterie), parkartig bepflanzt und wird als Promenade benutzt. d) Ladugaärdslandet (jetzt Ostermalm genannt), im Osten von Norrmalm, hat in neuester Zeit besonders um den Humlegärden herum große Fortschritte hinsichtlich der Bebauung emacht (Villenstadt, Esplanade u. s. w.). Im Osten liegen große Kasernen für die Garnison S.s, eine 9 ein Theater, das Forstinstitut u. s. w. und im Norden eine Ebene, die als Exerzierfeld benutzt wird. Am Südostende führt eine Eisenbrücke nach dem Tiergarten (Djurgärden) hinüber, dessen Südwestseite einen eigenen, aber nur unansehnliche Häuser enthaltenden Stadtteil bildet. Der Tiergarten ist ein 6 km langer schöner Park, der ein Wirtshaner, 80 einen Cirkus, einen Konzertsaal, Wirtshäuser, Kaffeehäuser, Lustorte und zahlreiche Landhäuser umfaßt und als der besuchteste Lustort der Stockholmer gilt. Auf einer Anhöhe mit herrlicher Aussicht liegt die vom Bildhauer Byström aufgeführte Villa, jetzt ein dem Publikum zugängliches Kunstmuseum, und das von Karl Johann erbaute königl. Landschloß Rosendal, in dessen Nähe der Gartenverein seine Anlagen und Orangerien hat. Auf einem von Eichen beschatteten Platze ist die Büste Bellmans, des Sängers des Tiergartens, aufgestellt, und der 2 . (26. Juli) dieses schwed. Anakreon ist ein wahres Volksfest geworden. e) Kungsholmen (Königsinsel), im Westen von Norrmalm, davon getrennt durch einen Mälararm, über den zwei Brücken führen, enthält das Karolinische Institut (eine mediz. Akademie), das Seraphinenlazarett, das Garnisonskrankenhaus, das Kurhaus, das Entbindungshaus, das Krankenhaus für Unheilbare, ein Waisenhaus, Kinderhospital, das Irrenhaus Conradsberg u. s. w., sowie mehrere Fabriksanlagen, darunter eine Eisengießerei und mechan. Werkstatt, eine Ofenfabrik, Gerbereien, eine Dampfmühle u. s. w. 3) Die Südvorstadt (Södermalm), der größte und unebenste Stadtteil, erhebt sich an der Nordseite steil und schroff längs dem Mälar und der Ostsee, sodaß von dort nur zwei fahrbare Straßen, sonst aber Elevatoren und Treppen hineinführen. Von der Felsenhöhe Mosebacke (auf der ein Vergnügungsgarten und ein Theater liegt), besser noch von der hier befindlichen Navigationsschule oder von dem hohen Turm der Katharinenkirche, auch weiter westlich von der Höhe am Mälarufer aus eröffnet sich dem Auge ein prachtvolles Panorama, das die Inselstadt mit ihren Seekanälen und einen Wald von Masten umfaßt, da die Schiffe sowohl von Osten als von Westen aus-⸗ und einlaufen und dicht an der Stadt beilegen. Auch dem zur See Ankommenden, von der Ostseite wie von der Seite des Mälarsees her, bietet diese Wasserstadt einen überraschenden, in seiner Art einzigen Anblick dar. Vom Lande her ist dagegen die Stadt von Wäldern und Bergen, die sich bis dicht an Ide Thore (hier „Zöllev) heranziehen, beinahe verdeckt. Der ehemalige Stolz der Südvorstadt, die Eisenwage, besteht nicht mehr, sondern ist in die frühere Werfte des Tiergartens verlegt worden. Es geschah dies, um den Raum für die Verbindungsbahn zwischen der nördl. Stammeisenbahn und der südlichen, westlichen und nordwestlichen zu gewinnen. In der Südvorstadt liegt die Marienkirche, der große, mit Linden besetzte Adolf-Fredriks-Platz, die Diakonissenanstalt auf Ersta, die große Schiffswerfte mit einer mechan. Werkstatt, die neue Wasserleitung, die die ganze Stadt reichlich mit Wasser versieht, die Eisenerzgießerei und mechan. Werkstätte Bergsund etc. Bei letzterer führen Brücken auf die zwei im Nordwesten gelegenen Mälarinseln Längholmen und Reimersholmen, auf deren ersterer eine Straf⸗ und Besserungsanstalt für Männer sich befindet, während die für Frauen in der Nordvorstadt besteht. Die großartigsten und bedeutendsten von allen neuen Anlagen sind teils die sog. Verbindungsbahn, welche die im Süden und im Norden des Mälar befindlichen Eisenbahnen verbindet, und teils andere mit derselben zusammenhängende. Diese Bahn führt zuerst in der Südvorstadt 1810 m weit in einem bis UUm tiefen Einschnitte hin, über welchen auf eisernen Brücken drei Straßen geführt sind. Hierauf beginnt ein etwas gekrümmter, 426 m langer, 9,5 m breiter, 5,6 m 5oher, in den harten Granit gesprengter Tunnel tief unter acht Straßen und neun der bestbebauten Quartiere der Südvorstadt; dann tritt die Bahn auf kurze Strecken an das Tageslicht, um noch zweimal unter überbrückten Straßen hinweggeleitet zu werden, und erreicht dann den südl. Mälararm. lber den ersten Mälararm oder den südl. Strom führt eine 227 mlange, 7/5 m breite eiserne Brücke von gewalztem Gitterwerk nach der eigentlichen Stadt hinüber, wo die Bahn 118 m weit längs dem Mälarhafen (Kornhamm, d. i. Kornhafen), 2 m hoch über dem Pflaster auf einem Viadukt hinläuft. Die Fortsetzung dieses Viadukts ist eine 30 m lange, mit den beiden Wegen für Fußgänger zu beiden Seiten 13 m breite, in der Mitte auf einem ruhende Brücke über den Riddarholmskanal, längs welchem sie dann an der östl. Seite des Riddarholms bis an den dritten Mälararm führt. An dem nördl. Ende erreicht die Eisenbahn nun die Nordvorstadt und geht in derselben auf ebener Erde fort bis zu dem großen Centralbahnhof. Die Stadt S. hat über 6 km von Norden nach Süden im Durchmesser und etwa 23 Em im Umfang. Sie bedeckt ein vielfach von Meer- und Seearmen durchschnittenes Areal von 32,7 qkm (davon 1,2 qkm Wasser), enthält taxschuldige Häuser und Höfe zu einem Taxrwerte von 375¼ Mill. Kronen gu 1 Mark 12,5 Pf.) und (1884) 205 129 C., die sich zur evang.⸗luth. Landeskirche bekennen, mit Ausschluß (1880) von 577 Katholiken, 82 Reformierten und 1259 Juden. Von den Fremden sind die Deutschen die zahlreichsten, und die deutsche Gemeinde, deren Pastor Sitz und Stimme in dem Stadtkonsistorium hat, zählt 2256 Mitglieder. Da Lage und Klima der Stadt keineswegs ungesund, überragt nunmehr nach Einführung wichtiger sanitärer Reformen die Zahl der Geborenen in der Regel immer die der Gestorbenen. Die wichtigsten Nahrungszweige sind Industrie und Handel. Im J. 1883 gab es 2366 Handwerker mit 8569 Arbeitern. Die Anzahl der Fabriken war 292, von denen 161 durch Dampf getrieben wurden (2448 Pferdekräfte); Besitzer derselben waren 201 Einzelne und 78 Interessentschaften; die Zahl der Arbeiter in denselben betrug 10068 und der Wert ihrer Produktion über 33 Mill. Kronen. Die wichtigsten derselben waren mechan. Fabriken, Zuckerfabriken, Tabaksfabriken, Brauereien, Seifensiedereien, Seidenfabriken, Porzellanfabriken, Slschlägereien, Stearinlichtfabriken. In demselben Jahre gab es 3540 Kaufleute mit einer Bedienung von 6177 Personen. Die Zahl der in S. einheimischen Fahrzeuge wird 1883 angegeben zu 85 Seglern mit einer Tragfähigkeit von 13320 t und 192 Dampfer mit 21184 t Tragfähigkeit und Maschinen von 6859 Pferdekräften, wovon 53 Segler und 160 Dampfer mit einer Tragfähigkeit von 9219 t zu der inländischen und die übrigen zu der ausländischen Schiffahrt verwendet wurden. Es kamen (1883) an vom Auslande 1812 Fahrzeuge mit 465 625 t und vom Inlande 25020 Fahrzeuge mit 1288079 t; es gingen ab: ins Ausland 1437 Fahrzeuge mit 380571t, und ins Inland 25 138 Fahrzeuge mit 1251343 t. Die Zolleinnahme war 11 ½ Mill. Kronen (1885). S. vermittelt zwar immer noch zu einem großen Teil den Handel der nördl. Landesteile mit dem Auslande; inzwischen haben diese angefangen, sich einigermaßen zu emancipieren und selbst mit dem Auslande zu verkehren; durch seine Lage aber ist es bestimmt zum Stapelort für die am Mälar und Hjelmar belegenen Provinzen und für den östl. Teil der Bergwerksbezirke, namentlich der in Westmanland Dalarne. Die Westbahn verbindet S. mit Gothenburg, die Nordbahn mit Upsala, Nordland, und der norweg. Grenze, die Ostbahn mit Näßjo, die Südbahn mit Malmö und Privatbahnen mit Köping und Norrtelje. Durch große Teile der Stadt führen Pferdebahnen und zahlreiche kleine Dampfboote erleichtern im übrigen den Verkehr im Innern der Stadt. Dampfschiffverbindungen existieren mit allen Städten der schwed. Ostküsten und den Orten am Mälar, Hielmar, am Strömsholmskanal und am Götakanal, ferner mit Abo, Helsingfors, Petersburg, Lübeck, Kopenhagen, London, Hull, Havre, Bordeaux und Antwerpen. An Geldanstalten gab es Ende 1885 außer der Reichsbank 12 Privatbanken, ein Brandversicherungscomptoir für Immobilien und mehrere Aktiengesellschaften für Lebens⸗„Feuer- und Seeversicherung. S. ist Sitz der Reichskollegien, des Svea-Hofgerichts, eines Oberstatthalters, unter dessen Leitung die Angelegenheiten der Stadt stehen, sowie auch des Landeshauptmanns über Län. An öffentlichen Unterrichtsanstalten besaß S. 1885: 1) sechs sog. höhere Elementarschulen und sechs Kirchenschulen mit zusammen 2487 Zöglingen; 2) Volksschulen, mit 12320 Zöglingen, in denen kein Schulgeld erlegt wird; 3) andere unter besondern Direktionen stehende Anstalten, zum Teil höhere und niedere Fachschulen und Institute, wie die (1886) noch in Bildung begriffene Hochschule, das Karolinische medico-chirurgische Institut, die vorzüglichste mediz. Lehranstalt in Schweden (welche 1872 gleiche Rechte mit den mediz. Fakultäten bei den Universitäten erhalten hat), das Pharmaceutische, Technologische, Gymnastische Institut, das Forstinstitut, die Gewerbeschule, die Navigationsschule, das Handelsinstitut, zwei Seminare zur Bildung von Lehrerinnen, die Veterinäre und viele andere Anstalten. Außerdem gibt es eine Menge Privatschulen. Zu der Armenpflege für 1953 Kinder und 4543 Erwachsene, von welchen letztern 1297 in den Armenhäusern unterhalten wurden, waren etwa 914000 Kronen erforderlich. Von den Bereinren Gesellschaften sind neben vielen andern ereinen zu nennen: die Akademie für schwedische Sprache und Litteratur, die Akademie der Wissenschaften, die Akademie der schönen Litteratur, der Geschichte und Antiquitäten, die Akademie der freien Künste, der Musik, der Landwirtschaft, der Kriegswissenschaft. Andere höhere Anstalten sind die königl. oder Nationalbibliothek, die, mit der ehemaligen Engeströmschen vereinigt, 200000 Bände, 80000 kleinere Schriften, 8000 Handschriften, eine sehr bedeutende Sammlung von Broschüren, Karten und Kupferstichen u. s. w. zählt, das Nationalmuseum mit vielen Gemälden, Skulpturen und wertvollen Antiken, das großartige Nordiska-Museum und die sog. Kleiderkammer. Ausgezeichnet sind ferner die mineralog., botan., zoolog., ethnogr. und paläontolog. Sammlungen der Akademie der Wissenschaften, des Karolinischen Instituts und anderer Institute. Außer den beiden königl. Theatern und vier andern hat S. noch zwei Sommertheater im Tiergarten. Von den Stiftungen sind besonders die Anstalt für Gymnastik, sowie das Institut für Taubstumme und Blinde zu erwähnen, beide ausgezeichnete Anstalten ihrer Art. In der Nähe der Stadt besteht in dem ehemaligen königl. Lustschloß Carlberg eine Kriegsakademie für Landkadetten. Die Umgebungen von S. zeigen auf allen Seiten große Naturschönheiten auf und sind belebt durch die königl. Lustschlösser Haga, Ulriksdal, Drottningholm und Rosersberg, sowie durch zahlreiche Landhäuser. S. bildet eine eigene Statthalterschaft, wird aber umgeben von dem Verwaltungsbezirk Stockholms-Län, der 7791,6 (davon 359,7 qkm Wasser) umfaßt, mit (1884) 147454 C. Vgl. Elers, &Stockholmo (deutsch von Gerken, 4 Bde., Halle 1805-8); Ferlin, «Stockholms stado (2 Bde., Stockh. 1854—58); Frisch, Stockholmo (Berl. 1860); Wattenbach, «S. Ein Blick auf Schwedens Hauptstadt und Schwedens Geschichtes (Berl. 1875), und die seit 1866 jährlich erscheinenden statistischen Berichte über die kommunale Verwaltung Stockholms.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 250Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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