Stolle (Ludw. Ferd.), deutscher Schriftsteller, geb. 28. Sept. 1806 in Dresden, studierte in Leipzig die Rechte, widmete sich aber sodann der Litteratur und lebte meist in Grimma, seit 1855 in Dresden, wo er 29. Sept. 1872 starb. Seine Ausgewählten Schriftens (24 Bde.; 2. Aufl., 30 Bde., Lpz. 1859 62; neue Folge, 12 Bde., Plauen 1865) umfassen histor. Romane, so namentlich den Roman 418135, Elba und Waterloov, Rapoleon in Agyptenv, „Der neue Cäsaro u. a., welche schon früher einzeln, mehrere in wiederholten Auflagen ers chienen; ferner zum Teil treffliche komische Romane, wie Die deutschen Pickwickierd und namentlich »Die Erbschaft in Kabulo; endlich zahlreiche kleinere Erzählungen. Alle diese Arbeiten zeichnet bei gewandter und doch einfacher Form eine liebenswürdige Laune und Gemütlichkeit aus. Seine «Gedichte » (3. Aufl., Grimma 1847) als »Weihnachtsbaum angezündet für unsere Armen im Gebirges haben zur Linderung der Not im Erzgebirge, zu welchem Zwecke S. die „Marienstiftungs ins Leben rief, wesentlich beigetragen. Eine zweite Gedichtsammlung veröffentlichte er unter dem Titel «Palmen des Friedenso (4. Aufl., Lpz. 1866). Die Dorfidylle Ein Frühling auf dem Landey (Lpz. 1867) gehört zu seinen gelungensten Arbeiten. Am bekanntesten ist S. durch das 1844 —62 von ihm herausgegebene humoristisch-polit. Volksblatt »Der Dorfbarbier» geworden, welches in mitunter etwas hausbackener, aber immer treffender Art die en Mitoe der Zeit begleitete. S. gehört auch zu den Mitbegründern