Stonehenge (spr. Stonhendsch), d. h. hängende Steine, ist der Name eines altberühmten räts elhaften Baudenkmals in der engl. Grafschaft Wilts, welches 18 km nördlich von deren Hauptstadt Salisbury mitten in der nach ihr benannten Heide, unweit vom Flecken Amesbury am Avon, dem Geburtsorte Addisons, liegt. Als dieses Werk vollständig war, bestand es aus einem äußern Kreise von 32,5 m Durchmesser, aus 30 aufrecht stehenden Steinen, von denen noch 17 vorhanden sind, jeder 5,5 m hoch, 2,27 und 0,7 mean den Seiten messend, oben mit Zapfen versehen, in denen sich Querlagen befunden haben. Der innere Kreis, 2,6 m im Durchmesser, bestand aus kleinern Steinen; 8 stehen noch, und von 12 sind die Reste vorhanden. Innerhalb befinden sich zwei Steingruppen, und zwischen ihnen ein flacher Stein, wie ein Altar. Im ganzen mussen es 130 Steine gewesen sein: feiner weißer, fester Sandstein, wie er sich als Geschiebe bei Marlborough in der Nähe findet. Ringsherum lief ein tiefer, breiter Graben. Daran hin führt eine schmale Straße von aufgeworfener Erde, 559, mlang, die sich in dieser Entfernung gabelt, einerseits zu einer Reihe von Grabhügeln leitend, andererseits zu einem Kursus, einer künstlichen Fläche, O‚s EKm im Nordosten von S., 28,6 km lang und 104 m breit, von parallelen Dämmen begrenzt. Mitten in der Grafihnl. liegt das Dorf Avebury innerhalb eines ähnlichen großen Steinkreises und ist zum Teil aus den Steinen desselben aufgebaut. Der Durchmesser dieses von einem Wall umgebenen Kreises ist 445m; er muß 100 Steine gehabt haben; jeder 5 bis 5,5 m hoch und 800—1000 Etr. wiegend; einige in den beiden innern Gruppen sind ungeheuer hoch. Zwei über 1,5 km lange Dandr von aufgerichteten großen Steinen führen dahin; der eine endet bei Overton in einem kleinen elliptischen Steinkreise, der andere mit einem einzelnen Steine; der eine muß 200, der andere 203 Steine gehabt haben. Nur 16 und 2 stehen jetzt noch. Südlich vom großen Kreise, 1,2 km entfernt, liegt der künstliche Silbury-Hügel, über 20 ha bedeckend, 650m im Umfang haltend, an der Spitze 39 m im Durchmesser, und 53,8 m hoch. Seine Bestimmung, wie die der Steinkreise, deren ähnliche auch anderwärts in Großbritannien, auf den Orkney-Inseln, im nördlichsten Afrika, in Ostindien u. s. w. sich finden, ist noch nicht enträtselt; sie sind offenbar primitive Bauwerke eines vorchristlichen Volks. Die alten Namen solcher Steine sind: Y en-an-daul, d. i. Tafelstein; daher tol-men oder Dolmen. Kromläh (in koreischer Sprache) oder Kromlech (im Wallisischen) heißt eine schiefe Steinplatte. Kist-vaen heißt eine Steinkammer. Däwesmen heißen Tanzsteine. Vgl. J. Lubbock, Pre-historic timesv (3. Aufl., Lond. 187² deutsch von Passow als »Die vorgeschichtliche Zeite, 2 Bde., Jena 1873—74); J. Ferguss on, Rude stone monuments in all countries (Lond. 1872). Stoneyhurst. Jesuitenkolleg bei der engl. Stadt Preston (s. d.).