FeedStoß (Veit)
Sport & SpielBrockhaus 1882

Stoß (Veit), auf seinen poln. Arbeiten auch Fit oder Fyt Stuosz genannt, Bildschnitzer, einer der hervorragendsten Künstler aus dem ÜUbergang vom 15. in das 16. Jahrh., entstammte einer schon im Beginn des erstern in Nürnberg genannten Familie und wurde wahrscheinlich daselbst zwischen 1440 und 1450 geboren. Urkundlich erwiesen ist, daß er 1477 sein Bürgerrecht aufgab und einem Rufe nach Krakau folgte, wo er mit Herstellung des Hochaltars in der Marienkirche betraut ward. Er vollendete denselben 1484 und hinterließ darin eins der großartigsten und schönsten Erzeugnisse der ältern Bildschnitzerei. In Krakau setzte er seine künstlerische Thätigkeit fort und lieferte unter anderm 1492 die Modelle zu den in rotem Marmor ausgeführten Grabmälern des Königs Kasimir Jagello und 1493 das des Erzbischofs Zbigniew Olesnicki in der Kathedrale zu Gnesen. Nachdem er schon 1486 und 1487 vorübergehend sich in Nürnberg aufgehalten, siedelte er w1496 dauernd dahin über, entwickelte eine sehr große Thätigkeit und starb, erblindet, 1533. S. hielt in seinen Arbeiten die überlieferten Formen fest, erfüllte sie aber mit einem durchaus originellen Geiste, der meistens großartiger Charakteristik zuneigt, bisweilen aber ins Bizarre verfällt. Zu seinen in Nürnberg erhaltenen bedeutendern Leistungen gehört der Englische Gruß in der St. Lorenzkirche, der figurenreiche Rosenkranz im Germanischen Museum, eine Krönung der Maria u. a. Einige Kupferstiche, Passionsscenen von sehr herbem Timer fri die sein Zeichen tragen, gehören wohl seiner frühern Zeit an und jetzt zu den Seltenheiten. Vgl. Bergau, «Der Bildschnitzer Veit S.y (Lpz. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 270Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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