Goltzius (Hendrik), berühmter holländ. Kupferstecher, wurde 1558 zu Mülebrecht geboren, wo sein Vater als geschickter Glasmaler lebte. Diesem bei seinem Geschäft zu helfen, war die erste künstlerische Bethätigung des jungen G. Später, als sein Vater nach Deutschland ziehen mußte, kam er zu Meister Leonhard in Harlem in die elten wo sich bald seine Fähigkeiten glänzend entwickelten. Im Alter von 21 J. heiratete er eine ältere Witwe, deren Vermögen ihn in den Stand setzte, eine gute Kupferdruckerei anzulegen; der Sohn, den sie ihm zubrachte, Jakob Matham, wurde sein eifrigster Schüler. G. entwickelte eine sehr angestrengte Thätigkeit, die aber, verbunden mit dem Gefühl des Miß verhältnisses zwischen seinem und seiner Frau Lebensalter, Gemüt und Gesundheit so 1. angriff, daß er in seinem 24. Jahre eine längere Reise durch Deutschland und Italien unternehmen mußte. Nach Hause zurückgekehrt, kränkelte er von neuem und konnte nur durch die sorgfältigste Pflege gestärkt und zu großen Arbeiten fähig gemacht werden. Er starb 29. Dez. 1616 zu Harlem. G. brachte die Dahe Stue was die Technik anbetrifft, auf eine hohe Stufe. Er bildet den Übergang von der eichnenden zur koloristischen Behandlung des Grabsichels und lieferte Vorzügliches in letzterer Hinsicht. Mit ihm beginnt das Virtuosentum im Stich, welches in raschem Fortschritt bald danach strebte, alle Tinten und Töne des Pinsels mit dem Stichel R erreichen. In seinen ältern Werken geht er in anier und Haltung von Dürer aus.