Schorn (Joh. Karl Ludw. von), Asthetiker und Kunsthistoriker, geb. 9. Juni 1793 zu Kastell in Franken, studierte Theologie, widmete sich aber bald ausschließlich der Malerei und Kunstgeschichte. Er ging 1816 nach München, wo er sein erstes Werk: «über die Studien der griech. Künstlers (Heidelb. 1818), schrieb. Im J. 1819 wendete er sich nach Dresden und bald darauf nach Stuttgart, wo er seit 1820 das «Kunstblatto redigierte, das bis in die neuere Zeit, trotz mancher Einseitigkeit, ein wichtiges Fachorgan geblieben ist. In den J. 1822 und 1823. besuchte er Italien und Frankreich und wurde 1826 Professor der Kunstgeschichte und Ästhetik an der Akademie und Universität München, welches Amt er nach einer Kunstreise nach England und den Niederlanden antrat. Im J. 1830 erschien seine „Beschreibung der Glyptothek' und zwei Jahre später begann er die durch ihre berichtigenden Anmerkungen wichtige übersetzung von Vasaris Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeisterv, die nach seinem Tode von CE. Förster fortgesetzt wurde (6 Bde., Stuttg. 183249). Im J. 1833 wurde er nach Weimar berufen, wo er zur Reorganisation der Kunstschule auf das thätigste mitwirkte und eine neue Aufstellung der großherzogl. Kunstsammlungen vornahm. Von seinen Werken aus dieser letzten Periode ist der Umriß einer Theorie der bildenden Künste »(Stuttg. 1835) und eine Abhandlung über altdeutsche Skulpturv (Erf. 1839) hervorzuheben. S. wurde 1839 vom Großherzog von Sachsen-Weimar in den Adelsstand erhoben und starb zu Weimar 17. Febr. 1842.