Schmidt (Georg Friedr.), Zeichner und Kupferstecher, einer der ausgezeichnetsten Künstler des 18. Jahrh., wurde 24. Jan. 1712 in Berlin geboren und seit 1727 auf der Akademie der Künste ausgebildet. Im J. 1736 ging er nach Paris, wo er, durch den Maler Lancret, den Freund des preuß. Hofmalers Pesne, gut aufgenommen wurde und sich besonders an Wille und Preißler anschloß. Bald erwarb er durch die von ihm gestochenen Porträts des Grafen d'Evreux und des Erzbischofs von Cambrai nach Rigaud so viel Ruhm, daß er zum Mitglied der Französischen und der Berliner Akademie ernannt wurde. Im J. 1744 kehrte er nach Berlin zurück und wurde vom König und dem Hof mit großer Auszeichnung empfangen. Sodann ging er auf fünf Jahre an den Hof nach Petersburg, wo er das Bild der Kaiserin und mehrere andere Bilder stach, auch die Kupferstecherschule organisierte. Im J. 1762 kam er nach Berlin zurück und hier entfaltete er nun eine neue Thätigkeit. Man verdankt dieser seiner letzten Zeit namentlich treffliche, mit der Radiernadel gearbeitete Blätter im Geschmacke Rembrandts. S. starb in Berlin 25. Jan. 1775 als einer der bedeutendsten Meister auf dem Gebiete der Kupferstechkunst. Außerdem war er als geistreicher Zeichner nicht minder geschickt. Er arbeitete nicht allein in der strengsten Grabstichelmanier, namentlich die Porträts, unter denen die des Malers Latour, des Peter Mignard, der Grafen Rasumowskij und Esterhäzy, der Kaiserin Elisabeth von Rußland die vorzüglichsten sind, sondern wußte auch die Nadel in freiester, geistreichster Weise zu behandeln. In den radierten Blättern kommt er dem malerischen Reiz eines Rembrandt und Castiglione gleich, hauptsächlich ist es aber Cornelisz Visscher, dessen Glanz er zu erreichen bestrebt war.