FeedStrakonitz (law. Strakonice)
ErdkundeBrockhaus 1882

Strakonitz (law. Strakonice), Stadt im westl. Böhmen, am Wattawaflusse, Station der Linie Wien-Eger der Osterreichischen Staatsbahnen, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichts und Finanzoberkommissariats und zählt (1880) 5875 CE., mit Neu-Strakonitz 8039 E. czech. Nationalität, welche neben den notwendigsten Gewerben und dem Landbau insbesondere Fabrikation türk. Fes (in vier Fabriken), Schafwollhüte und Strumpfwarenfabrikation treiben. Die Fabrik der Gebrüder Fürth exportiert jährlich gegen 6 Mill. türk. Fes. S. ist die Wiege des altadeligen Geschlechts der Strakonitze, deren Ahne Bavor, aus Mähren eingewandert, um 1243 hier seine Burg und bei dieser eine Kirche baute, die den Johan. nitern (Maltesern) übergeben wurde. Bis 1694 war S. die Residenz der Großpriore des Malteserordens, die nachher nach Prag verlegt wurde. Die Prokopskirche enthält viele Grabmäler derselben. S. ist bekannt durch seine Pferde⸗‚ Jahr⸗ und Borstenvieh-Wochenmärkte. In der Umgebung von S. wurden neuerdings prähistor. Funde gemacht. S. ist die Vaterstadt des böhm. Dichters Czelakowsky.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 283Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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