Czernöwitz, Hauptstadt des österr. Kronlandes Bukowina (s. d.), am flößbaren Pruth, über den eine Eisenbahn-und eine Straßenbrücke führen, und an der Lemberg-Czernowitz-Jassyer Eisenbahn, zählt mit ihren vier Vorstädten (1881) 45 600 CE. (darunter 9700 Juden), von denen 32346 auf die Stadt allein entfallen. C. ist der Sitz eines griech.⸗orient. Erzbischofs und Metropoliten, der polit. Landesbehörde, des Landesgerichts, der Finanzdirektion, einer Handels- und Gewerbekammer, der Bezirkshauptmannschaft und des Bezirksgerichts für den Landbezirk. Auch befinden sich hier die 4. Okt. 1875 eröffnete Franz-Josephs-Universität (mit deutscher yrg Petrowitsch, Fürst von Serbien) Unterrichts- und Geschäftssprache), ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, eine Gewerbeschule, in Verbindung mit einer Handelsschule, eine Bildungsanstalt für Lehrer und Lehrerinnen, ein griech.⸗orient. Priesterseminar, eine landwirtschaftliche Schule, eine Hebammenschule und zahlreiche Vereine, darunter der Verein zur Förderung der Tonkunst in der Bukowina, der Litteratur⸗ und Landeskultur-Verein u. s. w. Unter den Gebäuden ragt die erzbischöfl. Residenz hervor, auf dem Bischofsberg 1864 — 75 in byzant. Stil erbaut; ferner die griech-orient. Kathedrale, nach dem Muster der Isaakskirche in Petersburg 1864 vollendet, die armen.⸗kath. Kirche, 1875 eingeweiht, der jüd. Tempel, 1877 in maurisch-orient. Stil vollendet, und das 1875 errichtete 4200, uber in rafchen Die Industrie ist nicht bedeutend, aber in raschem Aufschwung begriffen, der fast auss del mlt d von Juden und Armeniern betriebene Handel mit den Rohprodukten des Landes sehr lebhaft. Der in der Nähe befindliche Berg Cecina ist durch die Trümmer einer Burg berühmt, die streitigen Ursprungs ist.