Fulnek, Stadt in der Bezirkshauptmannschaft Neutitschein, im nordöstl. Mähren, unmittelbar an der Grenze von Osterr.-Schlesien, in einem weiten Kesselthale, das vom Schloßberge beherrscht wird, zählt (1881) 3692 CE. deutscher Zunge, hat Fabrikation von Tuch, eine Maschinenfabrik, Feldwirtschaft und Viehzucht. Die Gegend um R gehört zu den schönsten landschaftlichen Partien Mährens. Ihre frühere Bedeutung dankt die Stadt zumeist dem adeligen Geschlechte der Krawar (Kuh), dessen Glieder das weitverbreitete Gutsgebiet vom 13. bis um die Mitte des 15. Jahrh. inne Llete Der Name Kuhländchen, der diesem Gebiete gegeben wurde, scheint von den deutschen Ansiedlern mit Bezug auf den Namen der Besitzer gegeben. Anfang des 17. Jahrh. war F. Sitz der Mährischen Brüdergemeinde, deren Schulen 1618 — 21 von dem berühmten Pädagogen Amos Comenius (Komensky) geleitet wurden, bis ihn der Einbruch der Spanier 1621 zwang, mit Hinterlassung seiner Habe nach Böhmen und später nach Polen zu fliehen. Unter den Gebäuden der Stadt sind die Pfarrkirche, bei der einst eine Propstei der regulierten Augustiner-Chorherren bestand, das sogenannte neue, seit dem Brande 1801 nur mit einer Seite erhaltene Schloß und die alte Burg die wichtigsten. Vom Schloßberge genießt man eine schöne Rundsicht über das ganze Kuhländchen. Die Tuchmanufaktur, die im 17. Jahrh. bes 522 Meister zählte, ist der Fabrikindustrie dieses Gewerbzweigs gewichen.