Streitwagen (orch. äu½) waren bei den altorient. Völkern (Agyptern, Assyrern, Persern etc.), sowie bei den Griechen in der achäischen Zeit in Gebrauch. Im semitischen und persischen Orient sind diese Wagen oft noch mit Sicheln an den Rädern bewehrt. Die Homerischen Helden, sowohl der Griechen als der Trojaner, kämpften, der Masse des Fußvolks voran, bald von dem teils mit vier, teils mit zwei Rossen bespannten Wagen herab, der sie zu und aus der Schlacht trug und auf dessen Stuhle (grch. ölopos) zwei Männer, der Kämpfer und der selbst dem Stande der Edeln angehörige Wagenlenker, ihren Stand hatten; bald verließen sie ihn, um zu Fuß Einzelkämpfe zu bestehen. Reiterei kennt Homer nicht. Seit dem Auftreten der Dorier verschwindet der S. bei den Griechen von dem Schlachtfelde, und spielt nur noch bei den öffentlichen Wettkämpfen (s. Agon) an den großen Götterfesten eine Rolle. Auch die kelt. Völker hatten S. (essedum und esseda) neben der Reiterei und dem Fußvolk; Livius erwähnt ihrer bei den italischen Kelten in der Schlacht bei Sentinum 295v. Chr. Cäsar fand sie vorzugsweise bei den Völkern des südlichen Britannien in Gebrauch, die sich ihrer bedienten, um mit ihnen die Reihen des feindlichen Fußvolks zu verwirren und durch sie, wenn sie, herabgesprungen, beim Fußkampf bedrängt wurden, schnell zu entkommen. Vgl. Guhl und Koner, „Das Leben der Griechen und Römer nach antiken Bildwerken dargestellte (4. Aufl., Berl. 1876).