Hahnengefecht oder Hahnenkampf, Bezeichnungen für eine Belustigung, welche in alte Zeiten hinaufreicht; das Schauspiel eines solchen wurde auf Anordnung des Themistokles im Theater zu Athen jährlich an einem bestimmten Tage zur Erinnerung daran gegeben, daß die Athener aus dem Anblick eines Kampfes zwischen zwei Hähnen die gute Vorbedeutung für ihren Widerstand gegen die Perser genommen hatten. Auch in andern Städten Griechenlands, Kleinasiens und Siciliens waren H. üblich, wozu man die Hähne gern aus Alexandria, von Delos, Rhodos und aus Tanagra bezog. Sie wurden mit Reizmitteln zum Kampfe angefeuert und dazu mit eisernen Sporen ausgestattet. Besonders beliebt war das H. in Rom, gemeiniglich mit hohen Wetten verbunden. Die christl. Lehrer eiferten gegen dies Vergnügen, weil es ihnen grausam erschien. Aus heidnischer und altchristl. Zeit haben sich viele Abbildungen des H. erhalten: auf einer Sarkophagplatte aus den Katakomben der heil. Agnes erscheint ein solches unter den Auspicien zweier Genien; andere Darstellungen erscheinen auf Sarkophagen zu Tortona, im Museum des Lateran zu Rom, im Louvre u. s. w.; häufig auf Gemmen, so auf einem Sarder, ehemals zu Florenz im Museo Buonarroti u. s. w. Auch im Mittelalter und bis in die neue Zeit findet sich das Gefallen daran weit verbreitet, besonders in England, in den Niederlanden, in Italien, Deutschland, im östl. Asien und in Centralamerika. In England wurde das H. systematisch geregelt, namentlich unter Heinrich VIII. und Karl II., von welchen der erstere das erste große nationale H. in Westminster veranstaltete, das sich seitdem in dem Royal cockpit erhielt. Wetten bildeten und bilden bei dem H. immer die Hauptsache.