Stücklohn heißt der nicht nach Arbeitszeit, sondern nach der Leistung bemessene Arbeitslohn (s. d.). Seine Höhe bestimmt sich im Grunde ebenfalls nach der Zeit, indem die Arbeitgeber erfahrungsmäsig feststellen, wie viel von einer bestimmten Arbeit in einer gewissen Zeit von einem Arbeiter bei durchschnittlicher Befähigung und normalem Fleiße geleistet werden kann, und hiernach und nach dem landesüblichen Unterhaltsbedarf den für die Eineit der Leistung zu zahlenden Preis bestimmen. ür die Arbeitgeber hat der S. den Vorteil, ⁵ sie den Fleiß ihrer Arbeiter nicht weiter zu kontrollieren brauchen, und derselbe ist daher für viele Produktionszweige, namentlich aber für die Hausindustrie die allein zweckmäßige Lohnform. Andererseits aber gewährt der S. dem tüchtigen Arbeiter die Gelegenheit, durch eine über das Durchschnittsmaß hinausgehende Leistung auch mehr als den Durchschnittslohn zu verdienen und so allmählich emporzukommen. Für die weniger tüchtigen Arbeiter freilich ist der S. entschieden unbequemer als der Zeitlohn und viele Gewerkvereine haben daher versucht, denselben zu bekämpfen. Als Nachteile des S. sind zu erwähnen, daß derselbe wegen des Bestrebens der Arbeiter, möglichst große Quantitäten zu produzieren, häusig eine Verschlechterung der Qualität namentlich in den nicht augenfälligen Beziehungen herbeiführt, und daß er andererseits, besonders wenn er sehr herabgedrückt ist, die Arbeiter zu einer übermäßigen und gesundheitsschädlichen Ausdehnung der Arbeitszeit veranlaßt.