Studemund (Wilh. Friedr. Adolf), klassischer Philolog, geb. 3. Juli 1843 in Stettin, besuchte das Marienstiftsgymnasium daselbst, studierte in Berlin und Halle zuerst vergleichende Sprachwissenschaft und germanistische Sprachen, dann klassische Philologie und promovierte 1864 mit der Schrift De canticis Plautiniss, für welche er in Mailand den Palimpsest der Plautinischen Komödien verglichen hatte. In demselben Jahre unternahm S. eine neue wissenschaftliche Reise nach Italien, deren Ergebnisse zum Teil in den von S. und Schöll herausgegebenen «Anécdota graeca et latinay (1886) verwertet sind. In Verona entzifferte er den Palimpsest der Institutionen des Gajus und veranstaltete dann mit Krüger eine Ausgabe des Gajus (2. Aufl., Berl. 1884). Mit Th. Mommsen veröffentlichte er Analecta Livianad (Lpz. 1873). Im J. 1868 wurde S. außerord., 1869 ord. Professor in Würzburg, 1870 ord. Professor in Greifswald, 1872 in Straßburg, wo er, wie an den frühern Orten, auch die Direktion des philol. Seminars übernahm. Die jurist. Fakultät der Universität Greifswald ernannte ihn zum Ehrendoktor der Rechte. Aus dem philol. Seminar und zum Teil aus dem von Schöll geleiteten straßburger Institut für Altertumswissenschaft gingen 11 Bände Dissertationes philologicae Argentoratenses selectae hervor (1879—86). Außerdem veröffentlichte S. Arbeiten seiner Schüler auf dem Gebiete vorciceronianischer Latinität in den „Studien auf dem Gebiete des archaischen Lateinso (Berl. 1873). Im J. 1879 wurde S. auch zur Teilnahme an den Arbeiten der Unterrichtsabteilung im reichsländischen Ministerium (Oberschulrat) herangezogen; 1885 ging er als ord. Professor und Mitdirektor des philol. Seminars an die Universität Breslau. Von der durch S. vorbereiteten Plautus-Ausgabe ist die Vidulariav, ein bisher unentziffertes Pendant zum Rudenso desselben Dichters erschienen (Greifswald 1870; 2. Aufl. 1883); von seinen Fronto-Studieno eine Epistola criticas (Berl. 1874). Studenten, s. Universitäten.