Schömann (Georg Friedr.), ausgezeichneter Philolog und Altertumsforscher, geb. 28. Juni 1793 zu Stralsund, studierte Philologie zu Greifswald und zu Jena. Schon 1813 erhielt er das Konrektorat in Anklam; im folgenden Jahre kam er in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium zu Greifswald, rückte 1817 in die Stelle des Prorektors auf und wurde 1826 zum außerord., bald darauf zum ord. Professor der altklassischen Litteratur und Eloquenz an der Universität daselbst, später auch zum Bibliothekar, 1853 zum Geh. Regierungsrat ernannt. Er starb 25. März 1879. S.s akademische und schriftstellerische, durch Gründlichkeit und Klarheit ausgezeichnete Thätigkeit erstreckte sich anfangs vorzugsweise auf die Kenntnis des attischen Gerichtswesens und auf die nächsten Quellen desselben, die attischen Redner. Dahin gehören seine Schriften De comitiis Atheniensiumv (Greifsw. 1819), «Der attische Prozeßv (Halle 1824), den er gemeinschaftlich mit M. H. E. Meier bearbeitete; die Antiquitatés juris publici Graecorumo (Greifsw. 1838) und die mit einem reichhaltigen Kommentar ausgestattete Ausgabe der Reden des „Isäusv (Greifsw. 1831). Einen gleichen Reichtum an sprachlichen und sachlichen Bemerkungen bietet die Ausgabe von Plutarchs Agis et Geomenesv (Greifsw. 1839). Außerdem förderte S. namentlich die Kritik und Erklärung des Aschylos (unter anderm durch die Ausgaben des „Gefesselten Prometheuso, Greifsw. 1844, und der Eumenidenp, Greifsw. 1845) und der Hesiodischen Werke, insbesondere der Theogonie, der er eine Ausgabe mit ausführlichem Kommentar (Berl. 1868), eine Textausgabe (Berl. 1869) und zahlreiche akademische Gelegenheitsschriften gewidmet hat. Ein Hauptwerk Sis sind die Griech. Altertümery (2 Bde., Berl. 1850—59; 3. Aufl. 1871 —73). Von seinen übrigen Arbeiten sind noch zu nennen eine Ausgabe von Ciceros Werk De natura deorumo (Cpz. 1850; 4. Aufl. 1876) und eine Reihe grammatischer Untersuchungen, wie unter anderm „Die Lehre von den Redeteilen nach den Altenv (Berl. 1863). Eine Auswahl seiner kleinern Arbeiten zur griech. Geschichte, Mythologie und Altertumskunde hat er in den Opuscula academica (4 Bde., Berl. 1856—71) zusammengestellt.