Suchenwirt (Peter), der berühmteste Wappendichter des 14. Jahrh., führte, wie schon —.u Name (Suche den Wirt) anzeigt, Turnieren, Ritterfesten und Fehden nachziehend, das Wanderleben eines Fahrenden, meist im Gefolge österr. Fürsten und Herren und besonders am wiener Hofe verweilend, und starb nach 1394. Ohne eigentliche dichterische Begabung, aber formgewandt und fruchtbar, erwarb er sich Lob durch Gedichte auf geschichtliche Ereignisse seiner Zeit, durch allegorische, Spruch- und andere Dichtungen didaktischen Charakters und weltlichen wie geistlichen Inhalts, besonders aber durch seine gereimten Wappenbeschreibungen, mit denen poetische Ehrenreden auf die Träger der Wappen verknüpft waren. Seine sowohl für Zeit- und Sittengeschichte als auch in sprachlicher Hinsicht bedeutsamen Werke gab mit Erläuterung und Wörterbuch Primisser (Wien 1827) heraus; dazu fünf unedierte Ehrenreden S.s, herausgegeben von 2 (Wien 1878); die Sprache behandelte gründich Koberstein in vier Programmen der Landesschule Pforta (Naumb. 1828—52). Ir. kleines Nachtfernrohr, s. unter Fernrohr, Bd. VI, S. 7014. Marschall und Pair von Frankreich, geb. zu Lyon 2. März 1770, kämpfte seit 1792 in den freiwilligen Bataillonen seines Departements, 1794 und 1795 unter La Harpe in Italien und erwarb sich im Feldzuge von 1797 den Grad eines Brigadegenerals. Er wurde 1798 Brune in der Schweiz beigeordnet, welchen er dann nach Italien begleitete, um die Verwaltung beim Heere zu leiten. Her Verder Nachfolger Brunes, schickte ihn in gleicher Verwendung nach Piemont, wo er mit den Kommissaren des Direktoriums in Streit geriet. S. trat hierauf unter den Befehl Massenas und wurde dessen Generalstabschef. Als Joubert an Scherers Stelle den Befehl in Italien wieder übernahm, rief er S. als Stabschef zu sich. Nach Jouberts Tode diente S. erst unter Moreau, dann unter Championnet, endlich 1800 wieder unter Massena, der ihn vom Ersten Konsul zum Divisionsgeneral ernennen ließ. Er leistete den Osterreichern unter Melas tapfern Widerstand, wurde aber durch den Verlust der Bocchetta von Massena getrennt, und mußte, während dieser sich nach Genua warf, 12. Mai hinter den Var zurückweichen. Hier schritt er, von Bonaparte aufgefordert, um dessen Alpenbmne zu unterstützen, wieder zum Angriff und errang Vorteile, konnte aber den Fall von Genua icht hindern. Der Sieg von Marengo brachte diese Stadt 22. Juni wieder in franz. Hände, und S. wurde dort Kommandant. Im Dez. 1800 vertraute ihm Bonaparte den Befehl über das Centrum der Armee in Italien an, an deren Feldzug von 1801 er rühmlich teilnahm. Nach dem Frieden befehligte er 1803 und 1804 eine Division im Lager von Boulogne, mit welcher er 1805 zum Kriege gegen Osterreich dem 5. Armeekorps unter Lannes zugeteilt wurde. Er zeichnete sich bei Ulm, Hollabrunn, besonders aber bei Austerlitz aus, ebenso 1806 gegen die Preußen bei Saalfeld und gegen die Russen bei Pultusk. Nach dem Frieden von Tilsit befehligte er das 5. Korps in Schlesien und wurde gegen Ende des J. 1808 nach Spanien ge15 9 Er übernahm April 1809 den Oberbefehl es 3. Armeekorps in Aragonien und schlug den General Blake im Juni 1809 bei Santa-Fé und Belchite. Im J. 1810 siegte er über O'Donnell 23. April bei Lerida, zwang diesen Platz und Me-Tortosa. zur Übergabe und eroberte 2. Jan. 1811 ortosa. Am 28. Juni 1811 erstürmte er Tarragona, dann Montreal und Figueras, und erhielt dafür von Napoleon den Marschallsstab. Im J. 1812 schlug er Blake abermals bei Sagonte und eroberte 9. an. Valencia, wobei ihm 20000 Mann mit Geschütz in die Hände fielen. S. empfing zur den derran die Domäne Albufera und 24. Jan. den Herzo Stitel. Er behauptete sich nun in der Provinz alencia, schlug O'Donnell 21. Juli bei Castella, 11. —4 1813 Elio, entsetzte Tarragona und zog sich erst gegen Ende 1813 gegen die Pyrenäen zurück. Nach dem Sturze Napoleons wendete er sich den Bourbonen zu und schloß mit Wellington — Narbonne 18. April einen Waffenstillstand ab. ls jedoch der Kaiser von Elba zurückkehrte, trat er wieder in dessen Dienste, wurde Pair und erhielt den Auftrag, mit 10000 Mann die franz. Grenze gegen Italien zu decken. Bald mußte er sich jedoch nach Lyon zurückziehen, wo er sich den Bourbonen unterwarf. Nach der zweiten Restauration blieb er ohne Anstellung; doch gab ihm Ludwig XVIII. 1819 die Pairswürde zurück. S. starb 3. Jan. 1826 zu Marseille. Er hinterließ Memoiren über die span. Feldzüge, welche sein Stabschef Saint-Cyr-Nugues (2. Aufl., 2 Bde., Par. 1834) herausab. In Lyon wurde ihm ein Denkmal errichtet. gl. Barrault-Roullon, &Le maréchal S., duc d' Albuferas (Par. 1854). — Napoleon S., Herzog von Albufera, Sohn des vorigen, geb. 23. Mai 1813, war unter dem zweiten ranh Kaiserreich Mitglied des Gesetzgebenden Körpers und starb 23. Juli 1877 zu Paris.