FeedSchwieger (Jak.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schwieger (Jak.), deutscher Dichter des 17. Jahrh., geb. zu Altona um 1630, studierte in Wittenberg und ging dann nach Hamburg, wo er mit Philipp von Zesen bekannt wurde, welcher ihn unter dem Namen ader Flüchtige y in die Deutschgesinnte Genossenschaft aufnahm. In Rists Elbschwanenorden trat er als Filidor, der Dorferer ein. Eine Zeit lang wohnte er auch in Stade, nahm dann 1657 dän. Kriegsdienste und machte den Feldzug gegen Schweden in Polen mit. Nach seiner Rückkehr lebte er in Gottorf und Glückstadt, seit 1665 am schwarzb.⸗rudolstädt. Hofe. Er starb nach 1667. Als Lyriker schließt sich S. der Richtung Flemings an, und ihm gebührt als Liebesdichter der Platz unmittelbar neben diesem, namentlich da, wo er sich von dem konventionellen Stil der Schule, dem Schäferwesen mit der Beigabe mytholog. Schmucks, freihält. Freilich sind viele seiner Gedichte nicht frei von Derbheiten, ja selbst Obscönitäten. S. gab dieselben als «Geharnischte Venus von Filidor dem Dorferero heraus (Hamb. 1660). Von den übrigen Sammlungen sind zu erwähnen: „Liebesgrillen. Das ist Lust⸗ und Liebes-Scherz- und Ehrenlieder u. s. w.y(Hamb. 1654; 1656; 2 Tle., 1656) und «überschriften und Gedichteß (Stade 1654.) Seine in Rudolstadt verfaßten Gelegenheitsschauspiele, bei denen er novellistische Stoffe nach ital., span. und franz. Quellen benutzte, erschienen gesammelt als «Filidors erster Teil der Trauer⸗, Lust⸗ und Mischspieler (Jena 1665).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 611Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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