Supinum heißt in der lat. Sprache eine besondere Form des Zeitworts, die eigentlich ein Verbalsubstantivum nach der vierten Deklination ist, von dem jedoch nur der Accusativ und Ablativ gebräuchlich sind (3. B. amatum, amatu von einem Nominativ amatus), und zwar der erstere, um bei Verben der Bewegung die Absicht, in welcher die Bewegung geschieht, auszudrücken, z. B. ire rempublicam perditum (agehen den Staat zu verderbene), der zweite bei Adjektiven, um zu bezeichnen, daß die Eigenschaft in Beziehung auf eine Handlung beigelegt wird, 3. B. facile dictu (aleicht zu sagenb). Auch andere Sprachen zeigen ähnliche Bildungen, so hat z. B. das älteste Slawisch, zum Teil auch neuere Dialekte, wie das Litauische, ein dem Lateinischen auf um fast gleich angewendetes S.