FeedSutherland (Grafen und Herzöge von)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Sutherland (Grafen und Herzöge von), eins der ältesten schott. Geschlechter, leitet seinen Ursprung von Allan, Tan von S., ab, der der Sage nach von Macbeth ermordet wurde. Dessen Sohn, William, ward 1057 durch den König Malcolm III. zum Grafen von S. erhoben, welchen Titel Alexander II. 1228 seinen Nachkommen bestätigte. Kenneth, Graf von S., fiel 1333 in der Schlacht von Halidon-Hill. Sein Sohn, William, war mit einer Tochter Robert Bruce's verheiratet. Clisabeth S., Schwester des Grafen John, der 1514 starb, vermählte sich mit Adam Gordon, Sohn des Grafen von Huntley, wodurch der Titel an die Familie Gordon überging. William Gordon, nebzehnter Graf von S., starb 16. Juni 1766 und hinterließ eine einzige Tochter, Elis abeth, Gräfin von S., geb. 1765, welche 4. Sept. 1785 den Viscount Trentham, nachherigen Grafen Gower, ältesten Sohn des Marquis von Stafford, heiratete, der später zum Herzog von S. ernannt wurde. Die Herzogin-Gräfin von S. starb 29. Jan. 1839. George Granville Leveson-Gower, erster Herzog von S., geb. 9. Febr. 1758, trat 1778 ins Parlament und ward 1790 zum Botschafter in Paris ernannt, von wo er nach dem 10. Aug. 1792 nach England zurückkehrte. Im J. 1799 ward er als Baron Gower von Stittenham ins Oberhaus berufen und zum Generalpostmeister ernannt, welches Amt er nach zwei Jahren niederlegte. Durch den Tod seines mütterlichen Oheims, des Herzogs von Bridgewater, 8. März 1803, kam er in den Besitz eines sehr großen Vermögens; 1803 erbte er auch die väterlichen Güter mit dem Titel eines Marquis von Stafford. So vereinigte er in seiner Person die Besitzungen der Familien S., Gower und Bridgewater und war jetzt einer der größten Grundeigentümer in Großbritannien. Er zeigte sich als freigebiger Kunstfreund und scheute keine Kosten zur Vermehrung der von seinem Oheim angelegten Gemäldesammlung. Auch unternahm er großartige Bauten. Früher ein fester Anhänger Pitts, näherte er sich nach dem Tode desselben der Whigpartei, befürwortete die Katholikenemancipation und stimmte für die Parlamentsreform. Das Ziel seines Ehrgeizes war die Herzogswürde, die ihm endlich 14. Jan. 1833 zuteil ward. Er starb 19. Juli 1833. George Granville Leveson-Gower, Herzog von S., ältester Sohn des vorigen, geb. 8. Aug. 1786, trat noch bei Lebzeiten seines Vaters 1826 als Lord Gower ins Oberhaus und erbte nach dessen Tode die Herzogswürde und die Staffordschen Güter, nach dem Ableben der Mutter aber die schott. Pairie nebst Zubehör, während die Besitzungen der Familie Bridgewater auf seinen jüngern Bruder Francis (s. Ellesmere) übergingen. Er war den Grundsätzen der Whigs ergeben, nahm jedoch, weil er an Taubheit litt, wenig Anteil an der Politik. Aus seiner Ehe mit Harriet EClisabeth, Tochter des Grafen von Carlisle, welche viele Jahre die Stelle einer Oberhofmeisterin bei der Königin Victoria bekleidete, hatte er eine zahlreiche Familie. Er starb 28. Febr. 1861. In der Herzogswürde folgte ihm sein ältester ohn, George Granville William, geb. 19. Dez. 1828, bis zum Tode des Vaters bekannt als Marquis von Stafford. Derselbe vermählte sich 1849 mit Anna, der Tochter John Hay ⸗Mackenzies, die später aus eigenem Rechte die Titel einer Gräfin Cromarty und Vicomtesse Tarbat erlangte, mit der Bedingung, daß dieselben auf ihren zweiten Sohn übergehen. Wie sein Vater gehört der Herzog zu den Whigs, nimmt aber gleichfalls wenig thätigen Anteil an der Politik. Sein ältester Sohn und Erbe, Cromarty, Marquis von Stafford, geb. 21. Juli 1851 „vertritt seit 1874 die Grafschaft Sutherland im Unterhause.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 386Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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