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ErdkundeBrockhaus 1882

Sutri, im Altertum und Mittelalter Sutri um, Stadt in der ital. Provinz Rom, Bezirk Viterbo, an der Verbindungsstelle zweier tiefer, die vulkanische Hochebene durchfurchender Einschnitte, zwischen dem Lago di Vico (Lacus Ciminius) im N. und dem Lago di Bracciano (Lacus Sabatinus) im S., an der alten Via Cassia, ist Sih eines Bischofs, zählt (1881) 2266 E. und hat drei aus dem Altertum stammende Thore, nümlich gegen S. zwei und gegen N. die Porta Furia, nach M. Furius Camillus benannt, der 389 v. Chr. S. den Etruskern entriß, ferner altetruskische Mauerreste auf der Südseite der Stadt. Ein vortrefflich erhaltenes, in den Tufffelsen gehauenes Amphitheater aus der Zeit des Augustus liegt vor der Porta Romana bei der Villa des Marchese Savorelli im Walde. In der Umgegend befinden sich zahlreiche in den Felsen gehauene antike Grabkammern, in welchen die ersten Christen der Gegend ihren Gottesdienst gehalten haben sollen. Im J. 383 v. Chr. wurde Sutri röm. Kolonie latin. Rechts und erlitt 311 eine Belagerung durch die Etrusker. Die in Gegenwart Kaiser Heinrichs III. hier tagende Synode setzte die Päpste Sylvester III. und Gregor VI. wegen Simonie ab; 1111 schloß Kaiser Heinrich V. zu S. mit Papst Paschalis II. einen Investiturvertrag ab, und 1155 hatte Friedrich I. Barbarossa hier eine Zusammenkunft mit Papst Hadrian IV.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 386Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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