FeedSymmikta (grch.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Symmikta (grch.), eigentlich Vermischtes, nannte man in späterer Zeit besonders Sammlungen von allerhand Aufsätzen und Abhandlungen, ähnlich den Adversarien, Kollektaneen und Miscellaneen. Zu den frühesten und bekanntesten Schriften unter diesem Titel gehören die cSymmictay des Leo Allatius im 17. Jahrh. Sympathetische Kuren, Heilungen durch Sympathie nennt man diejenigen Kuren, welche angeblich durch eine geheimnisvolle Kraft gewisser Substanzen oder Körper ausgeführt werden, oft ohne mit dem Körper des Kranken selbst in Berührung zu kommen. Als die hierbei wirksame Kraft nimmt man eine unerwiesene Sympathie des Menschenkörpers mit Geistern, Sternen, andern Menschen, Tieren, Pflanzen, Steinen, oder eine geheime Wechselbeziehung zwischen dem Menschen und gewissen äußern Gegenständen an. Die Ausführung sympathetischer Kuren geschieht teils durch Umhängen von Amuletten und Talismanen, teils durch Beachtung der Konstellationen, teils durch Handlungen, die man mit gewissen Gegenständen vornimmt, um auf den entfernten Kranken dadurch zu wirken, teils durch Besprechungen und Gebete. Daß eine Krankheitsheilung dieser Art auf Täuschung oder doch auf bloßen Gemütseindrücken beruhe, leuchtet ein. Es kommt alles darauf an, in dem Kranken den festen Glauben zu erwecken, daß Mittel helfen werde, und es wird unter sonst günstigen Bedingungen auch gewiß oft Linderung, ja sogar Besserung herbeiführen. Dies wird besonders bei solchen Krankheiten am leichtesten möglich sein, welche in der Seele selbst oder im Nervensystem wurzeln, z. B. Geisteskrankheiten, Epilepsie und andern Krampfkrankheiten. Dann ist auch nicht zu übersehen, daß der scheinbare Erfolg einer sympathetischen Kur in der Selbstheilung seinen Grund haben kann, woraus sich zugleich erklärt, daß solche Kuren nur bei gewissen krankhaften Zuständen ihre scheinbare Wirkung ausüben. So verschwinden die Hautwarzen oft plötzlich durch Einschrumpfung und Vertrocknung ihres innern Gewebes von selbst, und aus diesem Umstande erklärt sich, warum die sympathetische Behandlung der Warzen so oft Erfolg haben scheint.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 403Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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