FeedSymptöme
HeilkundeBrockhaus 1882

Symptöme (grch., d. i. Zufälle) nennt man in der Medizin alle mit den Sinnen bemerkbaren Abweichungen des Organismus vom Normalzustande, welche als Wirkungen einer Krankheit betrachtet werden müssen und folglich die Unterlage zu einem Schlusse auf die Krankheit selbst bilden. Sind diese derart, daß sie nur der Kranke bemerkt, z. B. Schmerz, so nennt man sie subjektiv, können sie auch von andern bemerkt werden, objektiv. Außerdem unterscheidet man die S. in idiopathische, welche an den ursprünglich leidenden Organen selbst wahrgenommen werden 6. B. Kopfschmerz bei Hirnhautentzündung), und insympathische oder konsensuelle, welche in andern entferntern Teilen erscheinen (z. B. Erbrechen bei Hirnhautentzündung). Diejenigen S., welche mit Sicherheit auf einen bestimmten Krankheitszustand hinweisen, nennt man pathognomonische oder diagnostische S. Unter letztern sind in neuerer Zeit besonders die physikalischen S. wichtig geworden, welche der Arzt durch Fühlen (Palpation), Messen (Mensuration), Wägen (Ponderation), Besichtigen (Inspektion), Behorchen (s. Auskultation), Beklopfen (s. Perkussion), Temperaturmessung, chem. Untersuchung und Mikroskopie ermittelt, und die ihm oft die unmittelbarsten Schlüsse auf den Zustand eines innern Organs gestatten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 405Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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