Szaß (Karl), ungar. Dichter und Üibersetzer, geb. 15. Juni 1829 in Nagy-Enyed in Siebenbürgen, studierte prot. Theologie, war 1849 Konzipist im ungar. Kultusministerium, seit 1851 Professor in Nagy-Körös, seit 1853 Pfarrer in Kezdi Vasärhely, später in Kun-Szent-Miklös und Szabadszalläs, wurde 1867 Sektionsrat im Kultusministerium, 1869 Schulinspektor, 1874 abermals Sektions⸗ und 1876 Ministerialrat' im Ministerium. Seit 1884 ist er reform. Bischof in Budapest. Seine hervorragendsten Werke sind die epischen Dichtungen (Almoso» und 4 Salamonv, die Dramen Nik. rinyiv, Georg Fratero und „Herddesd und seine zahlreichen lyrischen Gedichte, von denen viele ins Deutsche übersetzt sind. Meisterhaft sind seine Übersetzungen Shakespearescher und Molierescher Dramen, von Tennysons « Idyllenv, des Nibelungenliedes, von Dantes 0 Göttlicher Komödie », von Goethes, Schillers, Victor Hugos, Lamartines, Heines u. a. Gedichten. Wertvoll sind sein ebenfalls an ausgezeichneten lbersetzungen reiches Buch viläpirodalom eposzais (Die großen Epen der Weltlitteraturv, 2 Bde., Budapest 1882). Seine Brüder Bela (geb. 1840, Professor der Philosophie an der Universität Klausenburg) und Dominik lgeb. 1838, reform. Bischof von Siebenbürgen) sind ebenfalls schriftstellerisch thätig, der erstere als lyrischer Dichter, Übersetzer und Asthetiker, der letztere auf theol.⸗polit. Gebiete.