Ballägi (Mor.), ursprünglich Bloch, ungar. Sprachforscher und theolog. Schriftsteller, geb. 18. März 1815 zu Inocz im zempliner Komitate von jüd. Eltern, besuchte das reform. Kollegium zu Papa und die pester Universität. Nachdem er sich noch 1839 in Paris mit orient. Studien beschäftigt, veröffentlichte er im Interesse seiner Glaul ensgenossen das Schriftchen A 2sidokrölo (4Über die Judenv, Pest 1840). In der seitdem von ihm verfolgten Absicht, die letztern zu magyarisieren, begann B. eine ungar. Bibelübersetzung mit kritischen und ezegetischen Anmerkungen, von welcher aber nur die Bücher Mosis und Josua erschienen sind (Best 1840—43). B. wurde 1840 Mitglied der Ungarischen Akademie, ging dann 1843 nach Deutschland, trat hier zum Protestantismus über und studierte ein Jahr lang in Tübingen Theologie. Im J. 1844 als Professor an das evang. Lyceum zu Szarvas berufen, wirkte er daselbst bis zur Revolution, während welcher er erst als Generalstabssekretär unter Görgei, dann als Sekretär im Kriegsministerium diente. Im J. 1851 kehrte er in seine frühere Stellung nach Szarvas zurück, wandte sich aber einige Zeit darauf nach Kecskemét und von hier nach Pest, wo er an der reform. evang.⸗theol. Anstalt wirkte. Er wurde 1858 ordentliches Mitglied der Akademie und trat 1878 vom Lehramte zurück. B.s Ruf gründet sich in erster Linie auf seine Arbeiten über die magyar. Sprache. Hierher gehören: „Ausführliche theoretisch-praktische Grammatik der ungar. Spracher (Pest 1843; 8. Aufl. 1881), «Vollständiges Wörterbuch der ungar. und deutschen Sprachex (2 Bde., Pest 1843; 5. Aufl. 1881), Magy. nyelo teljes szötära (Vollständiges Wörterbuch der magyar. Sprachev, 2 Bde., Pest 1873), welche letztern die besten lexikographischen Darstellungen des magyar. Sprachschatzes sind; die Sammlung der magyar. Sprichwörter (2 Bde., Pest 1850; 2. Aufl. 1855) und die hebr. Sprachlehre in ungar. Sprache (Pest 1856; 2. Aufl. 1872). Als Theologe gründete B. 1858 das Protestant egyhäzi Es das Organ der freien prot. Kirchenrichtung. Ferner veröffentlichte er die Schriften: Die Protestantenfrage in Ungarn und die Politik sterreichs» (Hamb. 1860), Taäjékozäso (Orientierung auf dem Felde der Theologiev, Pest 1862; 2. Aufl. 1863), Renaniäna (1864), „Der Kampf des Protestantismus —.— den Ultramontanismuso (1864), „Biblische tudieno (2 Hefte, 1865, 1868) und andere ungar. Schriften. — Seine Söhne Geza (geb. 1851, Professor an der Rechtsakademie in Särospatak) und Aladär (geb. 1853, Whaben der neuern Geschichte an der Universität Pest) haben sich auch bereits durch histor. und litterarhistor. Arbeiten hervorgethan.