Szilagyi (Alexander), namhafter ungar. Historiker, geb. zu Klausenburg 30. Juli 1827, studierte in seiner Vaterstadt, dann in Marosvasärhely, trat 1846 in den Staatsdienst, widmete sich frühzeitig der Journalistik und Litteratur, namentlich lieferte er Beiträge zur Geschichte von 1848 und 1849. Später übernahm er Lehrerstellen in Kecskemet und für Mulln v wurde 1864 Sekretär im Ministerium für Kultus und Unterricht und 1879 Direktor der königl. Bibliothek in Budapest. Seit 1874 ist S. Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Von seinen zahlreichen histor. Arbeiten beziehen sich die meisten auf die Spezialgeschichte Siebenbürgens; besonders zu nennen sind die cMonumenta Comitialia Regni Transylvaniae (bisher 8 Bde.); einige seiner Abhandlungen sind auch in deutscher Sprache erschienen. S. it auch Redacteur der histor. Zeitschrift „Szazadoko. Der Vater und Großvater S.s, beide Franz genannt, waren ebenfalls als Schulmänner und Schriftsteller ausgezeichnet. Virgil S., geb. 1824, polit. Parteigänger, wurde namentlich in der Zeit von 1859 bis 1866 in mehrere sensationelle polit. Prozesse verwickelt und verurteilt. Später war er ein eifriger Fürsprecher der Katholikenautonomie und ist gegenwärtig als Mitglied des ungar. Reichstags auf seiten der Regierungspartei. Desiderius S. ist Universitätsprofessor und Reichstagsdeputierter, bedeutender Parlamentsredner und geachteter Jurist. Derselbe, geb. 1840, wird als Mann der Zukunfte im polit. Leben Ungarns betrachtet. Er ist gemäßigt oppositionell.