Tabasco, ein Staat der Republik Meriko, an der Südküste des hier Golf von Campeche heißenden Merikanischen Golfs, zwischen Vergeruz im W., Veracruz, Chiapas und Guatemala im S., Guatemala und Campeche im O. gelegen, zählt (1882) auf 25 500 àEm 104 747 C., deren große Mehrzahl Indianer. Gegen Chiapas hin erhebt sich eine Grenzcordillere mit 1000 m hohen Gipfeln. An diese stößt eine schmale Hochterrasse und an diese wiederum eine weite n Le Küstenniederung, welche den bei weitem größten Teil des Staats einnimmt und während der Regenzeit weithin überschwemmt ist. An Audon ist T. ziemlich reich, aber dieselben sind mit Ausnahme des Tabasco (Grijalva) und Usumacinta größtenteils kurzen Laufs, voller Stromschnellen, an den Mündungen durch Barren verschlossen und nur stellenweise für Kähne fahrbar. T. hat sehr fruchtbaren Boden, in den feuchten Niederungen äußerst ungesundes, im Innern aber, namentlich auf der Hochterrasse, angenehmes und gesundes Tropenklima. Die wichtigsten Produkte sind Kakao der allerbesten Art, Kaffee, Piment und viele Farbehölzer als Ausfuhrartikel; dann Vanille, Indigo (wildwachsend), Tabak von vorzüglicher Güte, von dem ein beträchtlicher Teil in der Havana zu Cigarren verarbeitet wird, Zucker, Baumwolle, Mais „Frijoles oder Schminkbohnen, Manioc, Bananen und andere tropische Pflanzenerzeugnisse. Die Viehzucht ist nicht bedeutend, doch kommen Ochsenhäute und Schweinefett zur Ausfuhr. Der Kunstfleiß geht nicht über die Beschaffung der nötigsten Dinge des Hausbedarfs und der zur Konsumtion oder Ausfuhr erforderlichen ersten Verarbeitung der Rohprodukte hinaus. Fabrikthätigkeit und Bergbau fehlen gänzlich, dagegen gibt es an den Lagunen Salzschlämmereien. Der überseeische Handel ist von geringer Bedeutung. Nach Veracruz gehen durch die Küstenschiffahrt besonders Farbehölzer; in das Innere werden Kakao, Kaffee, Piment und eingemachte Früchte verführt. Die Hauptstadt Villa Hermosa de Tabasco oder Villa de San-Juan Bautista liegt in ungesunder, überschwemmungen häufig ausgesetzter age, am linken Ufer und 105 km oberhalb der Mündung des Rio de Tabasco (Grijalva, im Oberlauf Mescalapa), der hier einen guten Hafen und weiter oberhalb den Verkehrsweg nach Chiapas bildet. Die Stadt ist der Sitz der Regierung, unregelmäßig, meist aus Holzhäusern gebaut, uneben und sehr schmutzig und zählt 6800 E. Am linken Ufer, unfern der Mündung und der Barre des Rio Tabasco, liegt das Dorf San⸗ Fernando, an der Stelle des ehemaligen indian. Hauptortes des Landes, der 1519 nach der siegreichen Schlacht bei T. (25. März) von Cortez erobert wurde.